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Kachelmann bleibt in U-Haft : „Ich bin unschuldig“

Jörg Kachelmann am Mittwoch im Hof des Amtsgerichts in Mannheim Bild: APN

Jörg Kachelmann muss vorerst weiter im Gefängnis bleiben. Das hat das Amtsgericht Mannheim nach einer Anhörung entschieden. Kachelmanns frühere Lebensgefährtin wirft dem Wetterexperten vor, sie Anfang Februar vergewaltigt zu haben. Kachelmann bestreitet die Tat.

          Die Staatsanwaltschaft Mannheim und das dortige Amtsgericht haben den Fernsehmoderator und Wetterfachmann Jörg Kachelmann am Mittwoch mehrere Stunden lang vernommen. Danach entschied der Haftrichter, Kachelmann weiterhin in Untersuchungshaft zu belassen. Dem 51 Jahre alten Journalisten wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, seine ehemalige Lebensgefährtin, eine 36 Jahre alte Radiojournalistin, nach einem Beziehungsstreit im Februar zum Geschlechtsverkehr gezwungen und somit vergewaltigt zu haben. Kachelmanns Anwalt, der Kölner Strafverteidiger Reinhard Birkenstock, hatte die Tatvorwürfe als frei erfunden und haltlos bezeichnet.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Laut Staatsanwaltschaft bestritt auch Kachelmann vor dem Richter, die ihm vorgeworfene Tat begangen zu haben. Der 51-Jährige habe sich vorbehalten, weitere Beweisanträge zu stellen und einen neuen Haftprüfungstermin zu beantragen. „Ich bin unschuldig“, sagte der Meteorologe nach der Verhandlung zu vor dem Gericht wartenden Fotografen.

          Nach Aussagen des Anwalts von Kachelmanns Lebensgefährtin sind die körperlichen Verletzungen und die Vergewaltigung von einem Gerichtsmediziner diagnostiziert worden. Der Anwalt der früheren Lebensgefährtin will die Aussagen Kachelmanns nun gründlich prüfen und vorerst keine Stellungnahmen mehr abgeben. Kachelmanns Anwalt zog seinen Antrag auf Haftprüfung zurück. „Man ist in Deutschland, wenn ein solcher Verdacht an einem hängt, schnell verhaftet. Die Enthaftung dauert in der Regel länger“, sagte Birkenstock, der auch den früheren Schatzmeister der Kölner SPD, Manfred Biciste, sowie den früheren Vertrauten von Herbert Wehner, Karl Wienand, verteidigt hatte. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht müssten nach Kachelmanns Einlassungen nun neu über die Vorwürfe nachdenken.

          Kachelmann verlässt das Gericht im Gefangenentransporter

          MDR-aktuell berichtet nicht über Verhaftung

          Kachelmann war 15 Jahre mit einer Grafikerin verheiratet, von der er sich 1998 scheiden ließ. Etwa acht Jahre soll er mit der in Schwetzingen lebenden Radiojournalistin befreundet gewesen sein. Die Wetterberichte in der ARD wird in dieser Woche Kachelmanns Kollegin Claudia Kleinert präsentieren.

          Unterdessen wurde Kritik am Mitteldeutschen Rundfunk laut. Der Sender habe am Montag in seinen MDR-aktuell-Sendungen nicht über die Verhaftung berichtet, sagte Rundfunkratsmitglied Bernd Müller-Kaller, Landesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. Er legte für den Verband Programmbeschwerde beim MDR ein. Der Sender sei laut Staatsvertrag zur objektiven und umfassenden Berichterstattung verpflichtet. Der MDR wies die Kritik zurück. Die Redaktion habe sich der Entscheidung der ARD angeschlossen, den Verdacht „nicht als Nachricht aufzunehmen, sondern erst dann zu berichten, wenn relativ gesicherte Angaben vorliegen“.

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