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Peter R. de Vries : Journalist in Amsterdam niedergeschossen

  • Aktualisiert am

Peter R. de Vries im Jahr 2008 Bild: AP

In Amsterdam ist der Kriminaljournalist Peter R. de Vries Opfer eines Anschlags geworden und wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Über mögliche Hintergründe teilte die Polizei zunächst nichts mit.

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          In Amsterdam ist am Dienstagabend der Journalist Peter R. de Vries niedergeschossen worden. Das teilte die niederländische Polizei mit. Er sei schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Ganz in der Nähe des Tatorts befindet sich ein Fernsehstudio, in dem de Vries zuvor in einer Live-Sendung aufgetreten war. Um 19.30 Uhr schoss dann ein Unbekannter, offenbar aus nächster Nähe, auf offener Straße auf ihn. Das Algemeen Dagblad berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen von fünf Schüssen. Drei Verdächtige wurden nach Angaben der Polizei festgenommen, darunter vermutlich der Täter. Der Journalist sei lebensgefährlich verletzt, sagte die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema. „Peter R. de Vries kämpft um sein Leben.“

          Der 64 Jahre alte de Vries ist der bekannteste Kriminaljournalist der Niederlande. Er berichtete über viele spektakuläre Fälle und hatte bis 2012 eine eigene Fernsehsendung. Zuletzt war de Vries außerdem als Medienberater im Verteidigerteam des Kronzeugen Nabil B. im sogenannten Marengo-Prozess aktiv.

          Seit März stehen in dem Verfahren 16 Angeklagte vor Gericht, darunter Ridouan Taghi, der bis zu seiner Festnahme 2019 in Dubai als einer der mächtigsten Rauschgifthändler des Landes galt. Taghi ist als Auftraggeber von sechs Morden angeklagt – in etlichen weiteren Fällen wird noch gegen ihn ermittelt. 2018 wurde bereits der Bruder des Kronzeugen ermordet. Und 2019 dann sein Anwalt Derk Wiersum. Die beiden Verteidiger, die den Kronzeugen nun im Marengo-Prozess vertreten, stehen rund um die Uhr unter Polizeischutz, weil es Hinweise gab, dass auch ihr Leben in Gefahr sein könnte. De Vries wurde zumindest zeitweise bewacht, laut Medienberichten zuletzt aber nicht mehr.

          Über mögliche Hintergründe des Anschlags am Dienstagabend teilte die Polizei zunächst nichts mit. Man sei erst einmal mit der Fahndung, der Spurensicherung und der Nothilfe beschäftigt, zitierte das Algemeen Dagblad einen Sprecher. „Motive und Hintergründe werden erst viel später ins Spiel kommen.“ Der niederländische Premierminister und Justizminister Ferd Grapperhaus wollten sich noch am Abend mit dem Nationalen Koordinator für Terrorismusbekämpfung und Sicherheit treffen und über die Tat sprechen.

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