https://www.faz.net/-gum-a1cil

Wer ist Ghislaine Maxwell? : Sie versorgte den „Lolita Express“

  • -Aktualisiert am

Aus dem Lot: Nach dem Tod ihres Vaters stand Ghislaine Maxwell vor 30 Jahren schon einmal im Blitzlichtgewitter. Bild: Getty

Im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein soll Ghislaine Maxwell die Mädchen rekrutiert haben. Nun beginnt der Prozess gegen sie. Wie ist aus dem ehemaligen It-Girl eine „kaltblütige Kupplerin“ geworden?

          3 Min.

          Der zweitschlimmste Tag in Ghislaine Maxwells Leben war der 5.November 1991. Damals wurde der nackte Leichnam ihres Vaters Robert vor den Kanarischen Inseln aus dem Atlantik gezogen, wo er mit seiner Yacht geankert hatte. Spekulationen über einen Mord oder Suizid brachten die Welt der damals Neunundzwanzigjährigen aus dem Lot – besonders als bekannt wurde, dass ihr Vater, der britische Medienmogul, mehr als 450 Millionen Pfund aus der Pensionskasse seines Konzerns Maxwell Communication Corporation abgezweigt hatte. Die Oxford-Absolventin flüchtete damals nach New York.

          Fast 30 Jahre später, an diesem Dienstag, erwartet sie dort wohl der schwärzeste Tag ihres Lebens: die Anklageerhebung wegen Verführung Minderjähriger zu illegalen sexuellen Handlungen. Die Staatsanwälte werfen Maxwell vor, für den Finanzmanager und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein jahrelang Mädchen rekrutiert und sie auf sexuelle Begegnungen mit ihm sowie seiner prominenten Entourage vorbereitet zu haben. „Maxwell freundete sich mit den Opfern an“, heißt es in der Anklageschrift. „Sie versuchte, sexuellen Missbrauch für die minderjährigen Opfer normal erscheinen zu lassen, indem sie mit ihnen sexuelle Themen ansprach, sich vor ihnen auszog oder bei sexuellen Handlungen zwischen ihnen und Epstein anwesend war.“ Manchmal habe Maxwell die Mädchen auch selbst missbraucht. Ihr drohen bis zu 35 Jahre Haft.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Nahaufnahme einer Kanüle mit Tropfen und Spritze (Symbolbild)

          Entwicklung in Russland : „Wir können den Impfstoff früher zulassen“

          Russland will schon bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus präsentieren. Kirill Dmitrijew, Chef des Russian Direct Investment Fund, hat ihn an sich selbst erprobt – und glaubt, im September könnten die Massenimpfungen losgehen.
          Das Atomkraftwerk Dukovany in der Tschechischen Republik

          Energiewende : Die Atomkraft lebt weiter

          Viele Staaten setzen nach dem Kohleausstieg auf Atomkraft, so zum Beispiel Tschechien. Die Grünen wollen das torpedieren – mit Hilfe der EU.