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Schwedische Akademie : Jean-Claude Arnault im Gericht festgenommen

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Jean-Claude Arnault steht vor dem Saal des schwedischen Gerichts, in dem sein Fall verhandelt wird. Bild: dpa

Der Skandal um die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, spitzt sich zu: Arnault, der Mann eines Akademiemitglieds, muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

          Der Franzose Jean-Claude Arnault, Auslöser für den erbitterten Streit in der Schwedischen Akademie, sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Der 72 Jahre alte Arnault muss sich vor einem Stockholmer Gericht wegen zweifacher Vergewaltigung verantworten. In ihrem Schlussplädoyer am Montag forderte die Anklägerin drei Jahre Haft. Außerdem beantragte sie die Festnahme – dem gab das Gericht statt.

          Arnault ist verheiratet mit Katarina Frostenson, die Mitglied der Schwedischen Akademie war, die den Literaturnobelpreis vergibt. Einem Bericht der Zeitung „Svenska Dagbladet“ zufolge sollen insgesamt 18 Frauen dem Franzosen sexuelle Übergriffe vorwerfen. Vor Gericht verhandelt wird aber nur der Fall einer Frau, die sagt, zweimal von Arnault vergewaltigt worden zu sein. Das Urteil wird für den 1. Oktober erwartet. Eine Anklage wegen Korruption wurde aus Mangel an Beweisen fallengelassen.

          Arnault war Leiter eines Kulturvereins, der mit Geldern der Schwedischen Akademie finanziert wurde. Seine Frau hatte jahrelang über Mittel für ihren Mann mitentschieden. Als die Vorwürfe im November bekanntwurden, entschied die Mehrheit der Akademie, dass Frostenson dennoch im Amt bleiben könne. Aus Protest legten daraufhin mehrere Jurymitglieder ihre Arbeit nieder. Im Mai kündigte die Akademie an, dass 2018 kein Literaturnobelpreis vergeben wird.

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