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3D-Drucker : Zwei Jahre Haft für Japaner, der Waffen ausdruckte

Sehen aus wie Spielzeug, sind aber scharf: Schusswaffen aus dem 3D-Drucker Bild: AFP

Ein Japaner muss ins Gefängnis, weil er zwei Schusswaffen mit einem 3D-Drucker anfertigte und ein Video des Zusammenbaus online stellte. Nachahmer hält die harte Strafe jedoch nicht ab – im Gegenteil.

          Dreieinhalb Minuten Video haben den Japaner Yoshitomo Imura für zwei Jahre ins Gefängnis gebracht. Der ehemalige Universitätsmitarbeiter hatte zwei Schusswaffen mit einem 3D-Drucker hergestellt. Sein Video des Zusammenbaus brachte die Behörden erst auf seine Spur. Man sieht in dem Video, das mit hektischer Videospiel-Musik unterlegt ist, zwar nur, wie seine Hände die Waffe zusammenschrauben. Doch machte Imura den Fehler, seinen Namen vor der Sequenz einzublenden.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Das wurde ihm nun zum Verhängnis: Er trage eine „schwere kriminelle Verantwortung“ für seine Tat, teilte das Bezirksgericht in Yokohama mit. Die Anleitung für seinen „Zig-Zag-Revolver“ hatte sich der 28 Jahre alte Japaner im Internet besorgt. Im Mai wurde er verhaftet. Damals gab er zu, die Waffen angefertigt zu haben. Er habe aber nicht gewusst, dass es gegen die Gesetze verstoße, Waffen mit einem 3D-Drucker zu bauen.

          Nicht der erste Fall

          Imura ist nicht der erste Bastler, der sich Pistolen ausgedruckt hat. Schon im Mai vergangenen Jahres wurden Pläne für eine Plastik-Handfeuerwaffe von einer Waffenfirma ins Internet gestellt und an zwei Tagen mehr als 100.000 Mal heruntergeladen, bevor das amerikanische Außenministerium die Pläne einzog.

          Die Strafe für Imura fiel wohl auch deswegen so hart aus, weil das Gericht die Gefahr sieht, dass sein Video Nachahmer anstiften könnte. Die japanischen Waffengesetze sind strikt, kaum ein Japaner besitzt eine Waffe. Die Gefängnisstrafe hält Nachahmer indes nicht ab, im Gegenteil: Es gibt inzwischen den Imura-Revolver, geschaffen per 3D-Drucker und benannt zu Ehren des nun verurteilten Japaners.

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