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Reemtsma über seine Entführung : „Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen“

  • -Aktualisiert am

Gefährlich wird es, wenn Gewalt selbstverständlich wird: Fabrikantenerbe, Mäzen und Sozialforscher Jan Philipp Reemtsma. Bild: dpa

Im März 1996 wurde Jan Philipp Reemtsma brutal entführt. Der Täter Thomas Drach steht nun wegen einer Serie von Überfällen abermals vor Gericht. Ein Gespräch mit Reemtsma über Gewalt, Angst und Trauma – und warum Drachs „Lebensplan“ „nicht klug“ war.

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          Herr Reemtsma, Sie beschäftigen sich seit den Achtzigerjahren auf höchstem wissenschaftlichem Niveau nicht nur mit philologischen Fragen, sondern auch mit politischer Gewalt, Nationalsozialismus, dem Terror der RAF, Folter, Angst. F.A.Z.-Herausgeber Jürgen Kaube schrieb, Sie seien wie kaum ein anderer „den Folgen davon nachgegangen, dass auch der zivilisierte Mensch dem zivilisierten Menschen ein Wolf ist“. Woher rührt dieses starke Interesse?

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Als das Hamburger Institut für Sozialforschung noch sehr jung war, sprachen wir über etwas, was man die Renaissance der Folter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts genannt hat. Nicht nur bei einer Reihe von Regimen in Lateinamerika gehörte Folter wieder zur routinemäßigen Machtausübung. Daraus hat sich für mich die Frage ergeben, warum uns das wundert – woher die Idee kommt, dass bestimmte Formen der Gewalt scheinbar unwiderruflich hinter uns liegen. Man muss die Phänomene sehr genau betrachten. Es reicht nicht, von ihnen abgestoßen zu sein. Es reicht nicht, reflexartig bestimmte eingespielte Deutungen zu wiederholen.

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