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Italienische Mafia : Wenn Schokolade zum Verbrechen wird

  • Aktualisiert am

Hehlerware Bild: Reuters

Die italienische Mafia sucht sich neue Geschäftsfelder. Bei einer großangelegten Verhaftungsserie kam heraus: Neben Drogen handelt sie jetzt auch mit niederländischen Schnittblumen – und Schokolade.

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          In einer großangelegten Fahndungsaktion hat die italienische Polizei 48 mutmaßliche Mitglieder der Mafia festgenommen. Wie der Anti-Mafia-Staatsanwalt Franco Roberti am Dienstag mitteilte, wird den Mitgliedern von zwei Clans der kalabrischen Mafia, der N’Drangheta, Waffen- und Drogenhandel vorgeworfen. Einer der beiden Clans war demnach außerdem an einem Schwarzmarkt mit Blumen in den Niederlanden beteiligt und verkaufte gestohlene Markenschokolade.

          Laut der britischen Tageszeitung „The Independent“ schickte die Mafia von Italien aus einen Lastwagen mit Geld in die Niederlande. Dort wurden dann im Austausch mit dem Geld, Drogen unter Tulpen versteckt. Diese dienten aber nicht nur zur Tarnung: Bei der Rückkehr in Italien wurden die Tulpen aufgehoben. Nach der Aussage der Polizei war einer der Köpfe des Schmuggler-Rings der Besitzer eines Import-Export Blumenladens.

          Die in der Provinz Latium bei Rom ansässige Mafia-Familie kontrollierte einen Großteil des niederländischen Blumen- und Pflanzenhandels, wie die italienischen Behörden in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Amsterdam herausfanden. Dabei griffen die Mafiosi auf ihre Pflanzschulen in Süditalien zurück.

          Hinter der Fassade des Blumengeschäfts verbargen sich nicht nur der Handel mit Schnittblumen, sondern auch andere illegale Aktivitäten wie der Handel mit Heroin, Marihuana – und Schokolade. 250 Tonnen Schokolade der Marke Lindt verkaufte der Clan den Angaben zufolge in Italien, Polen, Österreich und der Schweiz. Der Warenbestand im Wert von mehr als sieben Millionen Euro war Ende 2014 in Italien geraubt worden.

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