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Italiener verhaftet : Mordermittlungen nach Tod eines Gaststudenten in Rom

  • -Aktualisiert am

Polizisten untersuchen am Mittwoch die Stelle des Tibers, an der zwei Tage zuvor der Leichnam des Austauschstudenten gefunden worden war. Bild: AP

Ein 19 Jahre alter Amerikaner wurde am Montag tot aus dem Tiber geborgen. Jetzt ist ein Italiener verhaftet worden. Amerika diskutiert derweil über die Sicherheit von Gaststudenten.

          Nach dem Tod des amerikanischen Gaststudenten Beau Solomon, dessen Leichnam am Montag in Rom gefunden worden war, ist ein obdachloser Italiener verhaftet worden. Wie die University of Wisconsin-Madison mitteilte, leiteten die Justizbehörden in Rom Mordermittlungen ein. Angeblich hatten zwei Zeugen beobachtet, wie mehrere Männer in der Nacht zum Freitag eine Person in den Tiber warfen. Solomons Leichnam wurde vier Tage später mit schweren Kopfverletzungen und blutverschmierter Kleidung aus dem Fluss geborgen.

          Nach der Ankunft in Rom am Donnerstag soll der Gaststudent aus der Kleinstadt Spring Green im Süden Wisconsins mit Kommilitonen in Roms Kneipenviertel Trastevere gefeiert haben. Unter welchen Umständen der Neunzehnjährige verschwand, blieb vorerst offen. Da bei Solomons Leichnam weder Mobiltelefon noch Brieftasche gefunden wurden, nimmt die Polizei an, dass der Student ausgeraubt wurde. Unbekannte sollen am Tag nach dem Verbrechen mit der Kreditkarte des Amerikaners in Mailand eingekauft haben.

          In einem dieser Zelte am Fluss lebte der obdachlose Italiener, der jetzt verhaftet wurde.

          In den Vereinigten Staaten führte Solomons Tod zu einer Debatte über die Sicherheit amerikanischer Gaststudenten. Die Organisation „Protect Students Abroad“ warf den Bildungseinrichtungen des Landes vor, Studenten vor Auslandsaufenthalten nicht auf Gefahren aufmerksam zu machen.

          Wie Solomon, der für ein Jahr an der John Cabot University in Rom eingeschrieben war, studieren jedes Jahr etwa 300.000 Amerikaner in Europa und Asien. „Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen wie Rauschgiftvergehen, Vergewaltigungen, Entführungen und Morden“, sagte Roshni Thackurdeen, eine Sprecherin der Organisation, dem Sender NBC. „Die Behörden machen sich aber nicht die Mühe, die Informationen zu sammeln und weiterzugeben.“

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