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19 Jahre alte Deutsche : Junge Frau zwei Jahre lang in Italien festgehalten und missbraucht

Zwei Jahre lang wurde eine Deutsche von zwei Männern festgehalten, misshandelt und missbraucht. (Symbolbild) Bild: dpa

In Italien gelang einer Frau die Flucht vor ihren Peinigern: Zwei Jahre hielt man sie in Cesano nordwestlich von Rom fest und misshandelte sie. Indes beschäftigt das Land nicht nur dieser Fall von Gewaltverbrechen gegen eine junge Frau.

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          Eine 19 Jahre alte Deutsche ist in Cesano nordwestlich von Rom offenbar zwei Jahre lang von zwei Männern festgehalten, misshandelt und missbraucht worden. Wie die italienische Polizei am Dienstag berichtete, kam das damals noch minderjährige Mädchen mit ihrem heute 29 Jahre alten Freund pakistanischer Herkunft aus Deutschland nach Italien. In Cesano di Roma habe die Frau zunächst eine Mietwohnung mit ihrem Partner bezogen, in die wenig später auch dessen 36 Jahre alter Freund – auch er stammt aus Pakistan – eingezogen sei. Der ältere der beiden Pakistaner hat nach Angaben der Polizei ein umfassendes Vorstrafenregister. Die junge Frau wurde nach Polizeiangaben von den beiden Männern in der Wohnung festgehalten, wiederholt misshandelt und sexuell missbraucht.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Am 27. Mai gelang es der Frau schließlich, aus der Wohnung zu fliehen. Auf der Straße alarmierte sie Passanten, von welchen sie zur Wache der Carabinieri gebracht wurde. Die beiden verdächtigen Männer konnten kurz darauf in der Wohnung festgenommen werden. Ein Untersuchungsrichter hat wegen der Schwere des mutmaßlichen Verbrechens und wegen Fluchtgefahr die Untersuchungshaft für die beiden Pakistaner inzwischen verlängert.

          Hinweise auf ein Tötungsdelikt in einem weiteren Fall

          Derweil verdichten sich in einem weiteren Fall von Gewaltverbrechen gegen eine junge Frau die Hinweise auf ein Tötungsdelikt. Die Staatsanwaltschaft von Reggio Emilia ist überzeugt, dass die 18 Jahre alte Saman A., deren Familie ebenfalls aus Pakistan stammt, im Auftrag ihrer Eltern ermordet wurde. Die Ermittler vermuten, dass die Leiche der jungen Frau auf den Feldern der Ortschaft Novellara in der Provinz Reggio Emilia verscharrt wurde. Das Gelände um das Haus, in dem die Familie des Mädchens wohnte, wird seit Tagen mit Radargeräten abgesucht. „Die Suche nach den Überresten Samans, die wir leider für verstorben halten, geht weiter“, sagte die ermittelnde Staatsanwältin Isabella Chiesi am Dienstag.

          Die junge Frau sollte nach Angaben der italienischen Behörden mit einem Verwandten in Pakistan zwangsverheiratet werden, widersetzte sich aber dem Befehl der Eltern. Seit Ende April ist Saman A. verschwunden.

          Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Montag Aufnahmen einer Überwachungskamera vom 29. April, auf der drei dunkel gekleidete Gestalten mit Schaufel, Spaten und weiteren Gerätschaften zum Graben in Richtung Felder aufbrechen. Nach zweieinhalb Stunden kehren die Männer zurück. Nach italienischen Medienberichten hat ein Mitglied der ausgedehnten Familie bei einer Vernehmung mitgeteilt, er sei überzeugt, dass Saman von einem Onkel erdrosselt wurde. Eine über das Mobiltelefon des Beschuldigten abgesetzte Kurzmitteilung lautet den Angaben zufolge: „Wir haben den Job gut erledigt.“

          Die Eltern der verschwundenen Frau, der als Ausführender des Tötungsbefehls verdächtige Onkel sowie zwei Vettern von Saman A. sind wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes angeklagt. Außer einem der Vetter von Saman A., der in Nimes in Frankreich festgenommen wurde, sind alle Verdächtigen untergetaucht. Die Eltern der verschwundenen jungen Frau flogen Anfang Mai nach Pakistan. Der Onkel und der zweite Vetter halten sich nach Überzeugung der Ermittler in Italien versteckt.

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