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Angebliche Gruppenvergewaltigung : „In Tübingen keine indischen Verhältnisse“

Mehrere Männer sollen eine junge Frau in Tübingen sexuell missbraucht haben. Hieß es bislang. Die Meldung schlug hohe Wellen, ist aber zumindest teilweise falsch. Zumindest von einer Gruppenvergewaltigung will die Staatsanwaltschaft nicht sprechen.

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          In Tübingen hat die Polizei sechs Täter im Alter von 19 bis 22 Jahren vorläufig festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, am 29. März eine 24 Jahre alte Frau auf dem Schulhof der Albert-Schweitzer-Realschule sexuell missbraucht und möglicherweise vergewaltigt zu haben. Drei Verdächtige, die aus Orten im Tübinger Umland stammen, sitzen seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Zwei Tatverdächtige sind wieder auf freiem Fuß. Die „jeweiligen Tatbeiträge“ und der genaue Hergang der Tat muss noch untersucht werden.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Deutsche Presse-Agentur hatte am Donnerstagmittag von einer möglichen Gruppenvergewaltigung berichtet. Darüber hatten diverse Medien und auch FAZ.NET berichtet. Diese Darstellung wies ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zurück: „Es ist falsch, von einer Gruppenvergewaltigung zu sprechen. Wir haben in Tübingen keine indischen Verhältnisse.“

          Keine Angaben machen Polizei und Staatsanwaltschaft bislang zur Herkunft oder Staatsangehörigkeit der Täter. Fest steht bislang, dass die junge Frau auf einer Party in der Hermann-Hepper-Turnhalle gefeiert und dabei Alkohol getrunken hatte. Im Anschluss lockte sie einer der Tatverdächtigen auf den Schulhof der benachbarten Schule, wo die Frau sexuell missbraucht wurde.

          Nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA lief die junge Frau nach der Tat orientierungslos umher. Zwei Frauen fanden die Leichtverletzte und brachten sie zum Sicherheitspersonal der Party. Sie kam in ein Krankenhaus. Die Polizei richtete eine Ermittlergruppe mit 15 Beamten ein.

          Am Tatort gesicherte genetische Spuren führten die Beamten schließlich zu einem Zwanzigjährigen aus Dußlingen südlich von Tübingen. Die Merkmale seiner DNA waren bereits bei der Polizei wegen einer früheren Straftat registriert – das sei aber kein Sexualdelikt gewesen, sagte die Sprecherin. Auch die anderen Tatverdächtigen seien bisher nicht wegen sexueller Übergriffe polizeibekannt.

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