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Flüchtiger bei Oppenau : „Der Wald ist sein Wohnzimmer“

Auf der Suche nach Yves R.: Ein Polizeihubschrauber über dem Waldgebiet nördlich von Oppenau Bild: EPA

Noch immer wird er gesucht: Dass sich vier Polizisten von einem „Waldläufer“ überwältigen ließen, sorgt für Belustigung. Polizei und Staatsanwaltschaft haben daher am Dienstag noch einmal detailliert geschildert, wie es dazu kam.

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          Im Schwarzwald fahndet die Polizei weiterhin mit mehreren Hundertschaften nach dem „Waldläufer“ Yves R. aus Oppenau. Der Verdächtige hatte am Sonntagmorgen vier Polizisten bei einer Kontrolle bedroht und vier Dienstwaffen in seinen Besitz gebracht. Danach flüchtete er in die dichten Wälder in der Umgebung Oppenaus. Der Flüchtige sei „sehr ortskundig, der Wald ist sein Wohnzimmer“, sagte der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter am Dienstag. Achteinhalb Hektar Wald haben Polizeieinheiten sowie Sondereinsatzkommandos bislang in der Ortenau nach R. abgesucht – die Waldflächen in der Umgebung Oppenaus messen etwa 860 Hektar. „Durchsuchen kann man ein solches Gelände nicht“, sagte Renter.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Polizei und Staatsanwaltschaft schilderten am Dienstag noch einmal detailliert, wie es zur aufsehenerregenden Flucht des Manns kam: Yves R. hatte sich seit Wochen in einer Hütte einquartiert; der Besitzer rief die Polizei zur Hilfe, weil er die „amtsbekannte, seltsame Person“ dort nicht länger dulden wollte. Die Polizisten führten zunächst ein Gespräch mit dem Mann. R. soll den Anweisungen der Polizei zunächst gefolgt sein, er habe auch seinen Pfeil und seinen Bogen in der Hütte deponiert. Als ein Polizist dann aber mit einer Körperabtastung habe beginnen wollen, sei er aggressiv geworden, schilderte Polizeipräsident Renter. R. habe die Polizisten dann aus kurzer Entfernung mit seiner Pistole bedroht.

          Weil sich viele Bürger im Internet darüber belustigten, dass sich die vier Polizisten von dem Mann überwältigen ließen, rechtfertigten und lobten Renter sowie Staatsanwalt Herwig Schäfer das Vorgehen der Polizeibeamten ausdrücklich: Das Leben der Polizisten sei bedroht gewesen, es habe keine andere Möglichkeit gegeben, als den Mann entkommen zu lassen. „Er hatte die Waffe sehr direkt auf mich gerichtet. Ich habe jeden Moment damit gerechnet, dass ich in der Hütte sterben muss“, zitierte Schäfer aus dem Vernehmungsprotokoll eines Polizisten.

          Einen politischen Hintergrund für die Tat gibt es wohl nicht. Aktenkundig sind mehrere Strafverfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes, Diebstählen und schwerer Körperverletzung. Bei Ermittlungen in einem früheren Verfahren fand die Polizei auch drei kinderpornographische Bilder auf Rauschs Smartphone. Der Verdächtige galt als „Sonderling“ und „Waffennarr“ in Oppenau. Obwohl ihm der Besitz von Waffen seit zehn Jahren untersagt ist, soll er sich immer wieder solche beschafft haben. 2010 schoss er einer Bekannten mit der Armbrust in den Oberkörper und wurde zu einer relativ hohen Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

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