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Mehrjährige Haftstrafen : Clan-Brüder ergaunerten Millionen-Immobilie in Berlin

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Die Angeklagten hatten sich nach Auffassung des Gerichts mittels gefälschter Verkaufsunterlagen ein Mehrfamilienhaus in Berlin-Friedrichshain übertragen lassen, um es mit Gewinn zu verkaufen. Bild: Picture-Alliance

Die betagten Eigentümer waren lange ahnungslos: Durch Immobilienbetrug haben sich zwei Brüder aus einer arabischstämmigen Großfamilie ein Mehrfamilienhaus in Berlin übertragen lassen. Das Landgericht Berlin verhängte Freiheitsstrafen.

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          Es war ein dreister Immobilienbetrug, den sich zwei Brüder aus einer arabischstämmigen Großfamilie in Berlin, ein Kaufmann und ein Rechtsanwalt ausgedacht hatten. Das Landgericht Berlin verhängte am Montag mehrjährige Freiheitsstrafen gegen die Angeklagten. Die beiden Brüder Rabih und Mohamad A.-C. aus einer bekannten „Clan-Familie“ wurden zu jeweils vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Sechs Jahre und neun Monate erhielt der Kaufmann, dreieinhalb Jahre der Rechtsanwalt.

          Die Angeklagten hatten sich nach Auffassung des Gerichts mittels gefälschter Verkaufsunterlagen ein Mehrfamilienhaus in Berlin-Friedrichshain übertragen lassen, um es mit Gewinn zu verkaufen. Sie hatten sich dafür eine schuldenfreie Immobilie eines älteren Ehepaars gesucht, gründeten eine GmbH mit dem Namen des Grundstücks, setzten einen Kaufvertrag auf und ließen ihn notariell beglaubigen.

          Der verurteilte Anwalt trat als angeblicher Vertreter der Eigentümer auf. Zwei Strohleute gaben sich dann mit gefälschten Ausweisen gegenüber einem weiteren Notar als angeblich verkaufswillige Eigentümer aus. Mit den falschen, aber notariell beglaubigten Kaufurkunden konnten die Angeklagten die Beamten des Grundbuchamts täuschen.

          Die ahnungslosen Eigentümer, beide heute 80 Jahre alt, wurden erst durch die Mitteilung einer Feuerversicherung, dass ihre Versicherung gekündigt sei, auf den Verlust ihrer Immobilie aufmerksam. Dadurch entstand dem Ehepaar nach Auffassung des Gerichts ein Schaden von mindestens sechs Millionen Euro. Erst im Zuge eines langwierigen Rechtsstreits, der die Eigentümer nach deren Aussagen eine sechsstellige Summe kostete, wurden sie nach anderthalb Jahren wieder als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen. Die beiden Brüder und der Kaufmann waren geständig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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