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Sexting und Dickpicks : Wenn Teenager Kinderpornografie verbreiten

  • Aktualisiert am

Ein 17-Jähriger benutzt ein Smartphone. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der unbedarfte Umgang mit Smartphones ist ein Grund dafür, dass gegen Tausende Jugendliche wegen Kinderpornografie ermittelt wird. Opfer sind oft junge Mädchen, deren Exfreunde intime Aufnahmen verbreiten.

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          Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten wegen der Verbreitung von Kinderpornografie ins Visier der Ermittler. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren stieg deutschlandweit im vergangenen Jahr um rund 125 Prozent auf 7584, teilte das bayerische Landeskriminalamt (LKA) unter Berufung auf die bundesweite Polizeistatistik mit. 2018 waren es noch 3316 registrierte Tatverdächtige.

          „Im letzten Jahr ging das durch die Decke“, sagte Johannes Luff, Sachgebietsleiter der Kriminologischen Forschungsgruppe des LKA, der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr. Bei den Zehnjährigen beginnt es bereits.“

          Smartphones spielen wichtige Rolle

          Luff führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass Smartphones bei Kindern und Jugendlichen immer weiter verbreitet seien. Oft bekämen Schüler solche Bilder in Whatsapp-Chats, manchmal seien es Fotos des gleichaltrigen Freundes oder der Freundin – oder Selfies wie das „Dickpic“ genannte Penisfoto.

          Die Polizeistatistik weist diese Fälle zwar nicht vereinzelt aus, aber Luff geht davon aus, dass sie den überwiegenden Teil ausmachen. „Ich will nicht sagen, dass die unschuldig sind. Aber die kriegen es halt geschickt und gucken es an.“

          Mädchen werden vom Exfreund bloßgestellt

          In einer Analyse hebt die Kriminologische Forschungsgruppe des LKA hervor, „dass unter den Jugendlichen die männlichen und deutschen 14- bis 15-jährigen Tatverdächtigen hervorzuheben sind, die größtenteils die Mittelschule besuchen und mit ihren Smartphones pornografische Abbildungen abspeichern und häufig in Chatgruppen verbreiten.“ Diese als kinderpornografisch inkriminierten Dateien seien hauptsächlich selbst gefertigt .

          Oft handle es sich um „zunächst mehr oder weniger freiwillig“ von 13 bis 15 Jahre alten Mädchen an ihre Partner verschickten Aufnahmen, die diese dann „häufig nach Beziehungsende oder zur Bloßstellung der Betroffenen“ weitergeben oder öffentlich mache. Auch komme es vor, dass männliche Partner heimlich Nacktbilder oder Sexszenen aufnehmen.

          Luff appellierte an Eltern, sich gemeinsam mit ihren Kindern mit der Thematik auseinanderzusetzen und auf die Gefahren von Nacktfotos und „Dickpics“ hinzuweisen. „Datenschutz ist auch und vor allem Dateienschutz. Was irgendwo gespeichert ist, ist nicht mehr rauszukriegen aus dem Internet.“

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