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Cannabis, Koks und Co. : In Deutschland gibt es immer mehr Drogendelikte

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Ein Zollbeamter präsentiert während einer Pressekonferenz des Hauptzollamtes mehrere Pakete Rauschgift Bild: Ralf Hirschberger/dpa

Das achte Jahr in Folge steigt die Anzahl an Rauschgiftdelikten in Deutschland. Dazu beitragen würde die Diskussion um die Freigabe von Cannabis – meint jedenfalls Polizeigewerkschafts-Chef Rainer Wendt.

          Die Zahl der Drogendelikte in Deutschland ist abermals gestiegen. Im vergangenen Jahr seien 350.662 solcher Straftaten gezählt worden, berichtete die „Welt“ unter Berufung auf die Kriminalstatistik, die an diesem Dienstag von Innenminister Horst Seehofer (CSU) vorgestellt wird. Bei den Rauschgiftdelikten gebe es somit einen Anstieg von 6,1 Prozent. Im Jahr 2017 waren 330.580 Fälle registriert worden – schon damals gab es eine Zunahme, und zwar im siebten Jahr in Folge.

          „Trotz gestiegener Zahlen bei der Rauschgiftkriminalität kratzen wir insgesamt leider weiterhin an der Oberfläche“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler. „Gemessen an den geschätzt weit über acht Milliarden Euro jährlichen Umsätzen auf dem deutschen Rauschgiftmarkt muss man zugestehen, dass wir die kriminellen Märkte immer nur ein wenig stören aber nicht nachhaltig beschädigen.“

          Es sei erforderlich, einen erheblich stärkeren kriminalpolitischen Fokus auf die von den Tätern erwirtschafteten Gelder zu legen. „Leider hat sich Deutschland in der Vergangenheit nicht als Vorreiter bei der Bekämpfung der Geldwäsche erwiesen“, kritisierte Fiedler.

          Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte: „Zu oft wird Drogenkonsum leider als Bagatelldelikt abgetan, die Bekämpfung der Kriminalität bei diesen Delikten von der Politik als zweitrangig angesehen.“ Dazu beigetragen habe die Diskussion um eine Freigabe von Cannabis. „An der Stelle suggerieren manche Politiker – gerade jungen Menschen – Drogen seien nichts Gefährliches“, sagte Wendt.

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