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Im Weihnachtsgeschäft : Überfall auf KaDeWe

  • Aktualisiert am

Das KaDeWe wurde nach dem Überfall vorübergehend geschlossen Bild: dpa

Mehrere Täter haben das Berliner Kaufhaus des Westens überfallen. Die maskierten und bewaffneten Männer schlugen Schmuckvitrinen ein und entkamen wenige Minuten später. Das Kaufhaus blieb nur kurzzeitig geschlossen.

          Mitten im Weihnachtstrubel haben am Samstagvormittag mehrere Maskierte das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe überfallen. Sie sprühten einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht, zerschlugen Schmuckvitrinen und flohen dann in einem dunklen Auto, wie ein Polizeisprecher sagte. Schüsse seien nicht gefallen.

          Laut Feuerwehr wurden elf Menschen vor Ort vom Rettungsdienst versorgt, darunter ein kleines Kind. Sie sollen Reizgas eingeatmet haben. Ob die Täter etwas erbeutet haben, blieb zunächst unklar.

          Die Tat in dem beliebten Kaufhaus in der Nähe des Kudamms ereignete sich genau ein Vierteljahr nach dem Raubüberfall auf einen Geldboten vor dem nahegelegenen Apple-Geschäft.

          Die Täter - ersten Erkenntnissen zufolge waren es wohl vier Männer - gelangten über einen Seiteneingang in das Kaufhaus. Der Überfall geschah etwa eine Stunde nach Öffnung des Hauses, das an Wochenenden und speziell kurz vor Weihnachten besonders gut besucht ist.

          Das KaDeWe wurde nach dem Überfall evakuiert und vorübergehend geschlossen. Doch wenig später öffnete das Luxuskaufhaus wieder seine Türen. Während die Polizei noch Zeugen in Mannschaftswagen befragte, ging im Konsumtempel das Geschäft schon wieder ganz normal weiter.

          „So ein professionelles Kaufhaus wie das KaDeWe kann natürlich mit solchen Extremsituationen umgehen. Es geht danach schnell wieder ans Netz“, sagt der Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB), Nils Busch-Petersen.

          Nur im Erdgeschoss sind einen Tag vor dem vierten Advent nun einige Luxus-Geschäfte gesperrt - und Sichtschutz steht davor. Während um sie herum der Kaufrausch weitergeht, sichern Kriminalisten die Spuren. Was genau erbeutet wurde, konnte die Polizei noch nicht sagen. Beim letzten spektakulären KaDeWe-Coup hatten die Täter im Januar 2009 nachts Uhren und Schmuck im Millionenwert gestohlen.

          Immer wieder hatte es in den vergangenen Monaten im Berliner Westen, der Gegend rund um Kudamm, Gedächtniskirche und Bahnhof Zoo, derartige Blitz-Überfälle gegeben. Teils beraubten die Täter, von denen in allen Fällen eine heiße Spur fehlt, Geldboten auf der Straße, teils überfielen sie Geschäfte.

          Ebenfalls mitten im Samstags-Geschäftstrubel hatten drei Maskierte am 20. September eine Geldtransporter vor dem Apple-Geschäft auf dem Kurfürstendamm überfallen. Sie bedrohten den Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens mit einer Schusswaffe, als dieser aus dem Geschäft kam und zum Transporter gehen wollte. Die Räuber erbeuteten eine Geldkassette und flohen.

          Nur rund eine Woche später war nach ähnlichem Muster erneut ein Geldbote überfallen worden. Drei maskierte und bewaffnete Männer überraschten mehrere Boten abends in Berlin-Charlottenburg, als diese die Einnahmen eines Geschäfts zu ihrem Wagen bringen wollten. Sie feuerten mehrere Schüsse auf den Geldtransporter ab.

          Nach diesen beiden Taten waren die Fluchtwagen angezündet worden. Die Geldboten blieben unverletzt. Zur Höhe der Beute wurde in beiden Fällen keine Angabe gemacht.

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