https://www.faz.net/-gum-a1ony

Raubüberfall und Entführung : Gesuchter Verbrecher spielt im „Tatort“ mit

  • -Aktualisiert am

„Unter Wölfen“: Die Kommissarinnen Johanna Stern (Lisa Bitter, links) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, mitte) ermitteln im Nachtclubmilieu. Bild: SWR/Jacqueline Krause-Burberg

Der Tatort „Unter Wölfen“ spielt in der Kampfsportszene. Einer der schlagkräftigen Statisten, die bei den Dreharbeiten dabei waren, war auch im echten Leben ein gesuchter Straftäter.

          1 Min.

          Die Polizei in Heilbronn hat einen italienischen Kampfsportler festgenommen, der schon seit 2014 wegen einer Serie von Straftaten gesucht worden war – und nach Informationen der F.A.Z. im vergangenen Jahr als Komparse in einem „Tatort“ mitspielte. Wie die Carabinieri in der italienischen Küstenstadt Reggio Calabria am Freitag mitteilten, war der 1976 geborene Mann unter anderem an einem bewaffneten Überfall sowie einer Entführung beteiligt. Für die Taten, die er 2008 gemeinsam mit Komplizen begangen hatte, wurde er in drei Gerichtsverfahren verurteilt. Doch er tauchte unter. Die offene Gesamtstrafe wurde Mitte 2019 auf vier Jahre, sechs Monate und zehn Tage festgelegt.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Zur selben Zeit etwa nahm der Gesuchte nach Informationen der F.A.Z. an Dreharbeiten für einen „Tatort“ des Ludwigshafener Ermittlerteams teil. Zusammen mit anderen Kampfsportlern aus Heilbronn mimte er für den SWR-Krimi „Unter Wölfen“ schlagkräftige Statisten. Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kolleginnen haben es in dem Fall mit einem Mord im Türsteher-Milieu zu tun. Am Set posierten die Kampfsportler für ein Foto, der Gesuchte sprach anschließend mit dem Reporter eines lokalen Wochenblatts – unter seinem vollen Namen.

          „Bestärkt von der Tatsache, dass er so lange nicht belangt werden konnte“, heißt es nun in der Mitteilung der Carabinieri, „hatte er beschlossen, sein Leben weiterzuführen ohne sich Sorgen zu machen, dass er von den italienischen Behörden noch gesucht werden könnte.“ Bei Instagram und Facebook war der Flüchtige weiterhin aktiv. Er warb für die Kampfsportakademie, in der er trainierte – was den Ermittlern in Kalabrien, anders als er offenbar annahm, nicht verborgen blieb.

          Anfang des Jahres wandte sich die Staatsanwaltschaft Messina nun mit einem europäischen Haftbefehl an die deutschen Behörden. Ende April wurde der Gesuchte in Heilbronn-Böckingen festgenommen. Seine Auslieferung an Italien wurde von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bewilligt – wegen coronabedingter Verzögerungen aber noch immer nicht vollzogen. Der Tatort „Unter Wölfen“ soll gegen Ende des Jahres ausgestrahlt werden.

          Weitere Themen

          922 Neuinfektionen registriert

          Coronavirus : 922 Neuinfektionen registriert

          Das Robert-Koch-Institut meldet abermals Hunderte Coronavirus-Infektionen – neue Todesfälle gab es zuletzt hingegen nicht. Am Wochenende waren die Zahlen auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen.

          Topmeldungen

          Das türkische Forschungsschiff Oruç Reis im Hafen von Antalya

          EU ringt um Türkei-Sanktionen : Bleibt der osmanische Korsar im Hafen?

          Soll die EU die Türkei mit Sanktionen belegen, weil sie in einem von Griechenland beanspruchten Teil des östlichen Mittelmeers nach Öl- und Gasverkommen sucht? Die EU-Staaten sind in dieser Frage gespalten.
          Wo geht es lang? Wegweiser zu einer kommunalen Zulassungsstelle

          Warten aufs Nummernschild : Chaos in der Zulassungsstelle

          Wer sein Auto zulassen will, muss wegen der Corona-Einschränkungen teils wochenlang auf einen Termin beim Amt warten. Bürger verzweifeln, Händler und Industrie toben. Was läuft da schief? Ein Ortstermin.
          Corona-Debatte bei Anne Will

          TV-Kritik: Anne Will : Mit Plattitüden gegen die Pandemie

          Wer die gegenwärtige Misere der Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erleben wollte, bekam bei Anne Will einen bemerkenswerten Anschauungsunterricht. Eine Debatte fand nicht statt, stattdessen gab es ein Poesiealbum von Allgemeinplätzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.