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Ashley Olsen : Geständnis in Florenz

  • -Aktualisiert am

In Florenz: Ashley Olsen auf einem undatierten Bild Bild: AP

Ein 27-jähriger Senegalese hat gestanden, nach dem Sex Ashley Olsen getötet zu haben. Italiens Rechtspopulisten fordern nun ganz offen die chemische Kastration von Migranten.

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          Ein illegal in Italien lebender Senegalese soll die Amerikanerin Ashley Olsen in Florenz getötet haben. Am Donnerstag teilte der zuständige Staatsanwalt Giuseppe Creazzo mit, die Polizei halte den 27 Jahre alten Mann als geständigen Täter in Gewahrsam. Die DNA-Spuren an einem Kondom und einem Zigarettenstummel am Tatort und unter den Fingernägeln des Mordopfers wiesen auf den Verdächtigen. Die Verhaftung des Afrikaners befeuert die seit den Überfällen in Köln von der populistischen rechtskonservativen „Lega“ aufgestellte Forderung, auffällig werdende Einwanderer chemisch zu kastrieren.

          Zum Tathergang in Florenz sagte der Staatsanwalt, nach einvernehmlichem Sex sei es zum Streit gekommen, weil die Amerikanerin den Afrikaner mit der Entschuldigung, ihr Verlobter werde gleich kommen, aus dem Haus werfen wollte. „Aber ich bin doch kein Hund“, soll der Senegalese geantwortet und gegenüber dem Haftrichter beteuert haben: „Ich wollte sie nicht töten.“

          Gleichwohl sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen, die mit seinen kräftigen Schlägen gegen ihren Kopf zum Tod der Amerikanerin führten. Zuvor hatte es geheißen, die Frau sei mit einem Strick erwürgt worden. Tatsächlich habe der Senegalese Ashley Olsen auch stranguliert; da sei sie aber offenbar schon tot gewesen.

          „Eine schwache Persönlichkeit“

          Am Samstag hatte ihr italienischer Freund die 35 Jahre alte Amerikanerin ohne Kleidung tot auf ihrem Bett gefunden. Er hatte sich Zugang zur Wohnung verschafft, weil er von Ashley Olsen seit Tagen nichts mehr gehört hatte. Offenbar lernte die Amerikanerin den Senegalesen am späten Donnerstag im Club Montecarla kennen, wo der Mann an jenem Abend als Aushilfskraft tätig war. Sie hätten spät in der Nacht miteinander getrunken und vielleicht auch Rauschgift konsumiert, sagte Creazzo.

          Seit vier Monaten lebt der Senegalese in Italien, wo er in Florenz bei seinem Bruder unterkam. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit Gelegenheitsarbeiten wie dem Austeilen von Werbeprospekten oder Hilfsjobs in Diskotheken. Es handle sich „um eine schwache Persönlichkeit, die sich kaum selbst verteidigen könne“, sagte der Staatsanwalt.

          Barbara Mannucci, frühere Abgeordnete für den früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und nun nationale Frauenbeauftragte der „Lega“, forderte, im Grundsatz sollten sämtliche Migranten in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Politische Flüchtlinge aber, die Italien aufnehmen müsse, sollten sich gleich bei Eintritt in Italien der chemischen Kastration unterziehen. „Man sollte ihnen eine Tablette geben, bevor sie irgendwas anstellen können“, sagte die Kosmetikerin. Nach den Vorfällen in Köln hatte Matteo Salvini, der „Lega“-Chef, festgestellt, wenn es nach ihm ginge, sollten die Übeltäter nicht nur verhaftet und bestraft, sondern auch „schön chemisch kastriert werden. Berühre Du nur einmal eine Frau oder ein Baby?! Dann ist es soweit, Du machst das nie wieder“ – so wurde Salvini in der konservativen Tageszeitung „Il Giornale“ zitiert.

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