https://www.faz.net/-gum-9lav3

Betrug und Menschenhandel : Polizei nimmt bei Razzia in Norddeutschland vier Personen fest

  • Aktualisiert am

In Norddeutschland ermitteln rund 500 Polizeibeamte gegen eine Großfamilie. Bild: dpa

In Norddeutschland findet ein Großeinsatz der Polizei statt. Etwa 500 Beamte durchsuchen Wohnungen und Kanzleien. Einer Großfamilie wird Menschenhandel und Betrug vorgeworfen, vier Personen wurden festgenommen.

          Bei einer Riesen-Razzia gegen eine Großfamilie haben mehr als 500 Ermittler am Mittwochmorgen 13 Gebäude in Norddeutschland durchsucht. Mitgliedern der polnischstämmigen Familie werden Sozialleistungs- und Versicherungsbetrug, Urkundenfälschung sowie Menschenhandel vorgeworfen, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten beschlagnahmten mehr als 30.000 Euro Bargeld, Schmuck und einen Bus. Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen. Ein Verdächtiger war laut Polizeiangaben in Untersuchungshaft.

          Nach ersten Erkenntnissen sind Sozialleistungen im Wert von mehr als 200.000 Euro erschlichen worden. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, in Polen ihren Namen geändert und dann in Deutschland neue Sozialleistungen beantragt zu haben. Ferner hätten sie Menschen zu Handwerksarbeiten gezwungen. Weitere Einzelheiten waren zunächst
          nicht bekannt. Mitglieder der Großfamilie stehen zudem im Verdacht, verschiedene Versicherungen betrogen zu haben. Dabei hätten sie echte Verkehrsunfälle mehrfach abgerechnet und weitere Unfälle erfunden.

          Durchsuchungen gab es unter anderem in Wriedel bei Uelzen, Waddeweitz im Wendland und in Hamburg. Auch in Schleswig-Holstein waren Beamte im Einsatz. Bundesweit wurden mehrere Anwaltskanzleien durchsucht. Ziel sei es gewesen, Beweise sicherzustellen, Haftbefehle zu vollstrecken und illegale Gewinne zu beschlagnahmen. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet. Dem Einsatz waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen.

          Weitere Themen

          Kein Zutritt für Behindertenhund!

          Theater verklagt : Kein Zutritt für Behindertenhund!

          Weil sie nur ohne ihren Begleithund in ein Musical in München durfte, hat eine Epilepsie-Patientin das Theater verklagt. Das Gericht sieht keinen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. Der Hund musste wegen der Sicherheitsvorkehrungen draußen bleiben.

          Topmeldungen

          EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber

          Streit um EU-Jobs : EVP-Kandidat Weber greift Macron an

          Manfred Weber geht im Ringen um den Job als EU-Kommissionspräsident in die Offensive. Er wirft seinen Gegnern destruktives Verhalten vor und warnt: „Die Frustration von Wählern ist absehbar.“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.