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Vorwurf der Vergewaltigung : Weitere Schauspielerin belastet Weinstein

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„Es war widerlich. Er war wie ein Schwein“, erinnerte sich die New Yorker Schauspielerin Paz de la Huerta in der „Vanity Fair“. Bild: AP

Hollywood kommt nicht zur Ruhe: Eine weitere Frau bezichtigt Harvey Weinstein der Vergewaltigung. Gegen Kevin Spacey ermittelt derweil Scotland Yard – und Volker Schlöndorff verteidigt Dustin Hoffman.

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          Seit dem Filmproduzenten Harvey Weinstein in zwei Berichten in der „New York Times“ und im „New Yorker“ von zahlreichen Frauen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, tauchen immer neue Vorwürfe gegen ihn und andere Männer aus dem Filmgeschäft auf. Jetzt erklärte die Schauspielerin Paz de la Huerta, Weinstein habe sie zweimal vergewaltigt.

          Wie die Dreiunddreißigjährige der „Vanity Fair“ sagte, drängte der Filmproduzent sie nach einem zufälligen Treffen 2010 auf das Bett ihrer New Yorker Wohnung, wo er sie brutal missbrauchte. Zwei Monate später soll Weinstein sie in der Lobby ihres Wohnhauses überrascht haben. Er zerrte die angetrunkene de La Huerta angeblich in ihre Wohnung, um sie abermals zu vergewaltigen. „Es war widerlich. Er war wie ein Schwein“, erinnerte sich die New Yorkerin. Nach einem Bericht des Senders ABC ermittelt die New Yorker Polizei inzwischen in zwei Fällen gegen Weinstein, dem insgesamt Dutzende Frauen Missbrauch und Vergewaltigung vorwerfen.

          Ebenfalls am Freitag wurde bekannt, dass die britische Polizei wohl Ermittlungen gegen Kevin Spacey aufgenommen hat. Es geht um die Vorwürfe eines Mannes, der aussagte, 2008 in London von Spacey sexuell belästigt worden zu sein, als dieser als Direktor des Old Vic Theaters arbeitete. Dies berichtet der „Guardian“.

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          Während sich immer mehr Leute von Spacey distanzieren und Netflix sogar die Serie „House of Cards“ absetzt, in der Spacey die Hauptrolle spielt, bekommt ein anderer prominenter Schauspieler unter Missbrauchsverdacht jetzt öffentlichen Zuspruch. Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff nahm Schauspieler Dustin Hoffman in Schutz, dem eine Praktikantin vorwirft, sie vor 30 Jahren am Filmset belästigt zu haben. Schlöndorff sagte gegenüber der „Zeit“: „Ich hoffe diese lächerliche Anklage nicht aufzuwerten, indem ich Dustin Hoffman zur Seite stehe.“

          Hoffman habe am Set den Clown gegeben, ständig billige und sexuell konnotierte Witze gemacht – nicht nur gegenüber jungen Praktikantinnen, sondern auch gegenüber Schlöndorff selbst. Zum Vorwurf, die junge Frau sei nicht nur verbal, sondern auch körperlich belästigt worden, erklärte der Regisseur: „Hat er ihr auf dem Weg zum Auto auf den Po hauen? Kann schon sein. Mehrmals? Sicher, weil sie jedes Mal zurückgehauen hat. Es war ein Spiel, auf das sie eingegangen ist, wohlgemerkt in Anwesenheit von Fahrern, Aufnahmeleitern.“

          Neben Weinstein, Spacey und Hoffmann wird auch dem Regisseur James Toback und dem Modefotografen Terry Richardson Belästigung vorgeworfen. Und auch in Europa schlägt der Skandal hohe Wellen: In Frankreich plant die Regierung Geldstrafen für sexistische Belästigungen auf der Straße. In Großbritannien ist Verteidigungsminister Michael Fallon wegen sexueller Belästigung einer Journalistin zurückgetreten. Und in mehreren schwedischen Städten gingen Tausende Menschen auf die Straße, um gegen sexuelle Belästigungen zu demonstrieren.

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