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Herzog von Palma : 4 Millionen Euro Kaution – sonst Pfändung des Vermögens

  • -Aktualisiert am

Hat schon bessere Zeiten erlebt: Iñaki Urdangarin, Herzog von Palma Bild: dpa

Nach dem Vorwurf des Missbrauchs öffentlichen Geldes muss der Schwiegersohn von Juan Carlos vier Millionen Euro Kaution zahlen. Zahlt er nicht, wird sein Vermögen gepfändet.

          In dem Korruptions- und Betrugsverfahren gegen Iñaki Urdangarin, den Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine Kaution von mehr als vier Millionen Euro beantragt. Die gleiche Summe für zivile Haftung wird auch von seinem ehemaligen Partner Diego Torres in der Stiftung Noos verlangt. Urdangarins Anwalt Mario Pascual Vives sagte, er wisse nicht, ob sein Mandant die geforderte Summe aufbringen könne.Für den Fall, dass der 44 Jahre alte Herzog von Palma – er ist mit der Infantin Cristina verheiratet – den Betrag nicht aufbringt, soll sein Vermögen gepfändet werden.

          Die Festsetzung einer Sicherheit für eine mögliche zivilrechtliche Haftung gilt nach spanischem Recht als einer der letzten Schritte vor einer Anklage-Erhebung und der Eröffnung eines Prozesses. Dem zuständigen Richter in Palma de Mallorca wurde dieser Antrag am Mittwochnachmittag zusammen mit detaillierten Beschuldigungen über „vorsätzliche kriminelle Aktivitäten“ vorgelegt.

          In dem Fall Noos, in dem seit nunmehr eineinhalb Jahren ermittelt wird, geht es um den Vorwurf des Missbrauchs öffentlichen Geldes. Urdangarin und Torres sollen über die als „nicht profitorientiert“ deklarierte Stiftung Noos in den Jahren von 2004 bis 2007 von den Regionalregierungen der Balearen und Valencias mehr als sechs Millionen Euro für zweifelhafte Leistungen, darunter Tourismuswerbung, erhalten haben. Die Honorare seien ferner mit falschen und aufgeblähten Rechnungen gerechtfertigt worden.

          Der König hat seinen Schwiegersohn und seine Tochter schon bei Beginn des Verfahrens von offiziellen Veranstaltungen des Königshauses ausgeschlossen. Urdangarins Verhalten bezeichnete er als „nicht beispielhaft“.

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