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Mord an Immobilienerbin : Der Schwiegersohn auf der Anklagebank

Sylvia Janowski, Tochter des Mordopfers Hélène Pastor, ist auf dem Weg zum Prozess. Ihr Ehemann soll Pastor getötet haben. Bild: dpa

Vor gut vier Jahren wurde die monegassische Immobilienerbin Hélène Pastor in Nizza niedergeschossen. Nun wird der Mord vor Gericht verhandelt – und der Täter soll aus ihrer eigenen Familie kommen.

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          In Aix-en-Provence wird seit Montagnachmittag einer der rätselhaftesten Kriminalfälle der vergangenen Jahre vor Gericht verhandelt. Vor gut vier Jahren, am 6. Mai 2014, war eine der mächtigsten Frauen Monacos, die Immobilienerbin Hélène Pastor, in Nizza angeschossen worden. Zwei Wochen nach dem Mordanschlag erlag sie ihren Verletzungen. Seither wird darüber gerätselt, wer der 77 Jahre alten Frau nach dem Leben trachtete. Auf der Anklagebank sitzt nun unter anderem ihr Schwiegersohn, damals polnischer Honorarkonsul in Monaco. Die Ermittler verdächtigen ihn, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Ein anfängliches Geständnis hatte er kurz darauf widerrufen und unter anderem mit sprachlichen Verständnisproblemen begründet.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Pastors haben durch Immobiliengeschäfte ein gewaltiges Vermögen in Monaco angehäuft. Nach dem Tod des Baumoguls Gildo Pastor erbten Hélène und ihre ebenfalls gestorbenen Brüder Victor und Michel das Vermögen, das auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt wird. Den Pastors soll nicht nur jede vierte Immobilie in Monaco gehören, in ihrem Besitz befand sich auch der Fußballclub AS Monaco und die Feinkostladenkette Hédiard.

          Die tödlichen Schüsse fielen, als Hélène Pastor ihren Sohn in einem Krankenhaus in Nizza besuchte. Der Täter lauerte ihr vor dem Eingang auf. Er schoss mehrfach auf Pastor und ihren Chauffeur. Zu den insgesamt zehn Angeklagten gehören auch der frühere Sporttrainer des Schwiegersohns, der die Tat für ihn organisiert haben soll, sowie der mutmaßliche Schütze und ein Komplize, der mit diesem am Anschlagsort gewesen sein soll. Der Prozess soll am 19. Oktober enden.

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