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Heilbronner Polizistenmord : Ermittler haben keine neue Spur

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Nachdem sich das „Phantom” in Luft aufgelöst hat, gibt es noch keine neue Spur im Heilbronner Polizistenmord Bild: AP

Das Landeskriminalamt in Stuttgart hat Berichte zurückgewiesen, es hätte im Fall des Heilbronner Polizistenmordes Hinweise auf einen Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität gegeben. Gleichzeitg wächst der Druck auf Innenminister Heribert Rech.

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          Nach dem DNA-Debakel im Heilbronner Polizistenmordfall haben die Ermittler keine neue heiße Spur. Bisher gebe es keine Hinweise, dass der Mörder einer aus Thüringen stammenden Polizistin einer kriminellen Bande oder dem organisierten Verbrechen zuzurechnen sei, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart.

          Der „Stern“ hatte am Mittwoch berichtet, die Ermittlungsbehörden in Baden-Württemberg hätten frühzeitig Hinweise auf einen möglichen Mafia-Hintergrund gehabt. Die Behörden hätten Erkenntnisse darüber gehabt, dass der Raum Heilbronn mit dem nahe gelegenen Autobahnkreuz Weinsberg eine Drehscheibe der Organisierten Kriminalität (OK) ist, speziell von osteuropäischen Mafia-Gruppierungen.

          LKA: Alle Hinweise einbezogen

          Ein LKA-Sprecher wies den Bericht zurück. Mögliche Bezüge zu einem solchen Tathintergrund seien „natürlich von Anfang an“ in die Ermittlungen der Soko einbezogen worden. Es gebe jedoch bisher keine Anhaltspunkte auf einen Mafia-Hintergrund oder Bandenkriminalität im Zusammenhang mit dem Polizistenmord. Im April 2007 war eine 22-jährige Polizistin auf der Theresienwiese in Heilbronn erschossen worden. Ein weiterer Beamter wurde schwer verletzt.

          Wird von der Opposition scharf angegriffen: Innenminister Heribert Rech

          Druck auf Innenminister Rech wächst

          Im Zusammenhang mit dem Polizistenmord hatten die Ermittler vergangene Woche eine Panne einräumen müssen. Die Polizei hatte jahrelang nach einem „Phantom“, einer unbekannten Frau, gefahndet, deren DNA-Spuren an über 40 Tatorten in Deutschland, Österreich und Frankreich gefunden worden waren. Die Unbekannte war auch verdächtigt worden, 2007 die Polizistin in Heilbronn erschossen zu haben. Die Spuren waren allerdings auf Verunreinigungen an den für die DNA-Analyse verwendeten Wattestäbchen zurückzuführen.

          Die Opposition verstärkt indessen den Druck auf Innenminister Heribert Rech (CDU). Die Ermittlungspanne sei nur der gravierendste Vorfall in einer Reihe von Fehlleistungen, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel. Am Mittwochnachmittag soll Rech dem Innenausschuss des Landtags Rede und Antwort stehen.

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