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Neue Vorwürfe : Hat Samuel Little noch mehr Frauen umgebracht?

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„Ich habe keines meiner Mädchen vergessen“, so Stuart Little. Er hat die Morde an über 90 Frauen gestanden. Bild: AP

Weil Serienmörder Samuel Little Porträts seiner Opfer im Gefängnis malt, bringt das FBI ihn nun mit 60 weiteren Frauenmorden in Verbindung. Little suchte sich laut einer Kriminalistin „Opfer, die niemand vermissen würde“.

          Die naiv-bunten Porträts, die der Serienmörder Samuel Little im Gefängnis von seinen angeblichen Opfern zeichnete, scheinen die Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei (FBI) erleichtert zu haben. Die Staatsanwaltschaft in Texas gab am Freitag bekannt, Little mit weiteren 60 Frauenmorden in Verbindung gebracht zu haben. Die Justizbehörden des Bundesstaats Ohio erhoben jetzt Anklage wegen fünf Morden gegen den Serientäter.

          Im Jahr 1984 soll der frühere Boxer in Cleveland Mary Jo Peyton erdrosselt haben. Sieben Jahre später soll er in der gleichen Stadt Rose Evans getötet haben. „Little hat die Frauen erdrosselt, weil es ihm Spaß bereitete. Er hat sich seine Opfer nach der Länge des Halses ausgesucht“, sagte Joseph Deters, der Staatsanwalt des Bezirks Hamilton. Die Morde an drei weiteren Frauen hatte der 79 Jahre alte Serientäter, der wegen verschiedener Tötungsdelikte bereits eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, schon vor zwei Wochen zugegeben.

          Nach den bisherigen Ermittlungen gehört Little zu den aktivsten Serienmördern in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Im Mai 2018 hatte er Beamte des FBI mit dem Geständnis überrascht, mehr als 90 Frauen in fast 20 Bundesstaaten ermordet zu haben. Während der fast 35 Jahre langen Verbrechensserie, die vor sieben Jahren mit der Festnahme wegen eines Drogenvergehens endete, suchte Little sich rauschgiftabhängige, meist afroamerikanische Prostituierte. „Er wählte Opfer, die niemand vermissen würde. Viele hatten keine Angehörigen, die sich für sie einsetzen würden“, sagte Angela Williamson, eine Kriminalistin des Washingtoner Justizministeriums.

          In den vergangenen zwölf Monaten ließen sich einige Dutzend sogenannter Cold Cases, also bislang ungeklärter Fälle, zu Samuel Little zurückverfolgen. Erste Ermittlungsansätze boten Porträts von Frauen, die er mit Buntstiften und Wasserfarben in seiner Gefängniszelle zu Papier gebracht hatte. Die Ermittler veröffentlichten die Zeichnungen, um Hinweise auf Namen und Wohnorte der mutmaßlichen Opfer zu erhalten. Little hatte sich zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden bereiterklärt, um im Gegenzug aus einem kalifornischen Gefängnis in eine Justizvollzugsanstalt im Bundesstaat Texas verlegt zu werden. Gemeinsam mit den Ermittlern versucht der schwer kranke Serienmörder nun, möglichst viele seiner Opfer zu identifizieren. „Ich habe keines meiner Mädchen vergessen“, ließ er das FBI wissen.

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