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Sexuelle Übergriffe : Uma Thurman bricht ihr Schweigen über Weinstein

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Nach Monaten des Schweigens, erzählte Uma Thurman der „New York Times“ nun von den Übergriffen durch Weinstein. Bild: AFP

Der „Kill Bill“-Star hat sich erstmals zu den Übergriffen durch Hollywood-Produzent Harvey Weinstein geäußert. Auch sie sei eines seiner Opfer gewesen. In einem Interview spricht sie über die Details.

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          Die amerikanische Schauspielerin Uma Thurman, die vor allem durch ihre Rollen in den Quentin-Tarantino-Filmen „Pulp Fiction“ (1994) und „Kill Bill“ (2003) bekannt wurde, hat sich erstmals konkret zu dem Missbrauchsskandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein geäußert. Kurz nach den ersten Vorwürfe hatte sie es bei vagen Andeutungen belassen und erklärt, sie sei noch nicht bereit, über die Geschehnisse zu sprechen.

          Nach Monaten des Schweigens bezichtigte sie den Produzenten nun in einem Interview mit der „New York Times“, sie mehrfach sexuell belästigt zu haben. Durch die Dreharbeiten zum Film „Pulp Fiction“ habe sie Weinstein und seine damalige Ehefrau näher kennen gelernt. Bevor es zu den Übergriffen gekommen sei, hätten sich die Schauspielerin und der Produzent gut verstanden, stundenlange Gespräche geführt. Dabei habe sie die Warnzeichen übersehen, so Thurman.

          „Er hat sich auf mich gepresst und angefangen, sich zu entblößen“

          Der Vorwurf, den sie nun hervorbringt, lautet: Der Produzent habe sie in einem Hotelzimmer in London angegriffen, sich auf sie gepresst und dabei angefangen, sich selbst zu entblößen. „Er hat viele unangenehme Sachen gemacht“, beschreibt die Schauspielerin den Vorfall, der sich vor 2001 und damit in den Jahren zwischen „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“ abgespielt haben soll. Sie habe sich gegen ihn wehren müssen.

          Weinstein habe ihr am nächsten Tag einen großen Strauß Rosen geschickt. Laut Thurman warnte sie ihn bei einem weiteren Treffen vor den Folgen seines Verhaltens: „Wenn Du das, was Du mit mir getan hast, auch anderen antust, dann wirst Du Deine Karriere, Deinen Ruf und Deine Familie verlieren.“ Daraufhin, zitiert der Bericht eine Vertraute Thurmans, habe er wohl damit gedroht, ihre Karriere zu zerstören.

          Bereits zuvor soll Weinstein die Schauspielerin im Bademantel empfangen haben. Dies hatten auch schon andere Frauen geäußert, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen.

          „Halbherzige Entschuldigung“

          Beim Filmfestival in Cannes 2001, so Thurman, habe sie sich Quentin Tarantino anvertraut. Der Regisseur habe Weinstein daraufhin mit den Vorwürfen konfrontiert. Weinstein habe sich zunächst gewunden und sich dann eine „halbherzige“ Entschuldigung abgerungen.

          Weinsteins Team reagierte in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen in der „New York Times“. Der Produzent habe damals einen „Annäherungsversuch“ gemacht, nachdem er Signale der Schauspielerin falsch verstanden habe. „Er hat sich sofort entschuldigt“, zitierte die Zeitung aus der Mitteilung. Vorwürfe über Drohungen eines Karriere-Endes wies Weinsteins Sprecher zurück. Er habe sie immer für eine „brillante Schauspielerin“ gehalten.

          Zahlreiche Frauen, darunter Schauspielerinnen wie Ashley Judd und Salma Hayek, haben Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen. Der Hollywood-Produzent, gegen den erste Anklagen bei der Staatsanwaltschaft in Los Angeles vorliegen, hat zwar Fehlverhalten eingestanden, aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex stets zurückgewiesen. Der Produzent wurde inzwischen von seiner Firma „The Weinstein Company“ entlassen und auch von der Oscar-Akademie ausgeschlossen. Er soll sich derzeit in Therapie befinden.

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