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Vorwürfe unterdrückt? : Harvey Weinstein hatte mächtige Freunde

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Der Hollywood-Glanz war einmal: Harvey Weinstein. Bild: AP

Harvey Weinstein soll immer wieder mit seinen engen Verbindungen zu Barack Obama, Hillary Clinton und Jeff Bezos geprahlt haben. Journalisten bot er angeblich lukrative Buchverträge an, um die Berichterstattung über sexuelle Übergriffe zu verhindern.

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          Über Jahrzehnte soll Harvey Weinstein sich ein Netz von Talentmanagern, Journalisten und Politikern aufgebaut haben, um Missbrauchsvorwürfe gegen ihn unterdrücken zu können. Wie die „New York Times“ am Dienstag berichtete, prahlte der frühere Chef der Filmgesellschaft The Weinstein Company (TWC) immer wieder mit seinen engen Verbindungen etwa zum früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama, zur ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton und zu Amazon-Chef Jeff Bezos.

          Journalisten von Zeitschriften wie „Vanity Fair“, „Variety“ und „New York Post“ bot er angeblich lukrative Buchverträge, um die Berichterstattung über sexuelle Übergriffe zu verhindern. Anfang Oktober hatten „New York Times“ und „New Yorker“ Weinsteins angebliche Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauch Dutzender Nachwuchsschauspielerinnen, Models und Mitarbeiterinnen seiner Firma öffentlich gemacht.

          Bevor der Journalist Ronan Farrow seinen Artikel für den „New Yorker“ schrieb, soll Weinstein versucht haben, auch ihn durch die Talentagentur Creative Artists Agency (C.A.A.), die Farrow vertritt, zu Stillschweigen zu überreden. „Er hat ein Treffen abgelehnt ... Ich habe den Eindruck, er geht der Geschichte auf jeden Fall nach“, schrieb C.A.A.-Chef Bryan Lourd seinem Freund Weinstein Ende September. Inzwischen sind mehr als 80 Frauen, unter ihnen Gwyneth Paltrow, Rose McGowan und Asia Argento, mit Missbrauchsvorwürfen gegen den 65 Jahre alten Weinstein an die Öffentlichkeit gegangen. Die Justizbehörden in Los Angeles, Beverly Hills, New York und London nahmen Ermittlungen auf.

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