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Missbrauchsvorwürfe : New York verklagt Harvey Weinstein

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Noch ganz oben; Hollywood-Produzent Harvey Weinstein im Jahr 2011. Bild: AP

Die Staatsanwälte machen nicht nur dem Produzenten Vorwürfe. Auch seine ehemalige Firma habe Mitarbeiterinnen nicht ausreichend vor Belästigung geschützt. Weinsteins Anwälte reagieren.

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          Im Skandal um den Filmproduzenten Harvey Weinstein hat der amerikanische Bundesstaat New York dessen frühere Firma Weinstein Company sowie die Gründer Harvey und Robert Weinstein wegen Verletzung der Bürgerrechte, Menschenrechte und des Arbeitsrechts verklagt. Die Klage wurde am Sonntag beim Obersten Gericht des Bezirks New York eingereicht, wie Staatsanwalt Eric Schneiderman mitteilte. Sie enthalte auch neue Vorwürfe gegen Weinsteins „bösartige und ausbeuterische Misshandlung“ von Mitarbeitern.

          Verwaltungsrat und Geschäftsführung werde vorgeworfen, wiederholt dabei gescheitert zu sein, ihre Mitarbeiter durch angemessene Maßnahmen zu schützen oder gegen Weinsteins Verhalten vorzugehen. Die Weinstein Company habe mutmaßlich „wiederholt New Yorker Gesetze gebrochen, indem sie ihre Mitarbeiter nicht vor allgegenwärtiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung“ geschützt habe.

          Die Klage sei das Ergebnis viermonatiger Ermittlungen, in denen Mitarbeiter, Führungskräfte und Opfer von Weinstein befragt worden seien, teilte der Staatsanwalt weiter mit. Dabei seien auch Archive und E-Mails des Unternehmens durchkämmt worden.

          Firmenverkauf wird beobachtet

          Angesichts laufender Verkaufsverhandlungen für das Unternehmen müsse sichergestellt werden, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt werden und dass sich weder Täter noch Mitwisser „unberechtigterweise bereichern“ könnten, erklärte Schneiderman.

          Weinsteins Anwalt reagierte auf die Vorwürfe: Das Verhalten des Produzenten sei nicht einwandfrei gewesen, aber sicherlich nicht strafbar. Weinstein habe mehr Frauen auf Führungspositionen befördert als andere Branchengrößen. In seinen Firmen habe es „Null Diskriminierung“ gegeben.

          Oscar-Preisträger: Eine Harvey-Weinstein-Karikatur auf einem Motivwagen beim Wiesbadener Fastnachtszug vergangenen Sonntag.

          Inzwischen werfen mehr als hundert Frauen, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Salma Hayek, Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. Seit den ersten Enthüllungen im Oktober haben sich die Skandale um sexuelle Belästigung auch auf andere Bereiche ausgeweitet.

          Weinstein beteuert bis heute, keine sexuelle Gewalt gegen Frauen angewandt zu haben. Er wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von der Produktionsfirma entlassen. Inzwischen soll er sich wegen Sexsucht therapieren lassen.

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