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47 Objekte durchsucht : Großrazzia wegen Betrugs mit Krebsmedikamenten

  • Aktualisiert am

Die Polizei durchsucht ein Bürogebäude, in dem sich eine Niederlassung eines Pharmaunternehmens befindet. Bild: dpa

Den verdächtigen Ärzten, Apothekern sowie zwei Geschäftsführern von Pharmaunternehmen werden Bestechung, Bestechlichkeit und Abrechnungsbetrug vorgeworfen. Es soll um Millionen gehen.

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          Hamburger Ermittler gehen mit einer Großrazzia dem Verdacht eines Millionenbetrugs mit Krebsmedikamenten nach. Die Ermittlungen richten sich gegen neun Ärzte, drei Apotheker und zwei Geschäftsführer von Pharmaunternehmen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Am Dienstagmorgen wurden demnach 47 Objekte vor allem in Hamburg, aber auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchsucht. Es geht um die Vorwürfe der Bestechung und Bestechlichkeit sowie des Abrechnungsbetrugs.

          Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit der Verordnung und Abrechnung von Krebsmedikamenten, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Apotheker sollen demnach die Ärzte etwa durch das Sponsoring von Praxiseinrichtungen beeinflusst haben. Die Ärzte sollten so veranlasst werden, Rezepte über diese Apotheken abzuwickeln.

          Die Apotheker werden zudem verdächtigt, unerlaubterweise medizinische Versorgungszentren betrieben zu haben. Sie seien auch an Pharmaunternehmen beteiligt gewesen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. An der Durchsuchungen am Dienstag waren rund 420 Polizisten und sechs Staatsanwälte beteiligt.

          Das Unternehmen, gegen das sich die Vorwürfe richten, war laut „Zeit Online“ nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Firma soll demnach Ärzte bestochen und durch ein offenbar illegales Geschäftsmodell an lukrative Rezepte von Onkologen gelangt sein. Die Staatsanwaltschaft selbst machte keine Angaben dazu, gegen welche Firma sich die Ermittlungen richten.

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