https://www.faz.net/-gum-9j293

Früherer „Weltpräsident“ : Haft- und Bewährungsstrafen für „Osmanen“-Mitglieder

  • Aktualisiert am

Polizisten durchsuchen am Tag, an dem das Urteil gefällt wurde, ein Auto von Prozessbesuchern. Bild: dpa

Die Gruppe soll teilweise von Südhessen aus geführt worden sein: Jetzt sind führende Mitglieder der verbotenen türkisch-nationalistischen Straßengang „Osmanen Germania BC“ in Stuttgart verurteilt worden.

          1 Min.

          Führende Mitglieder der verbotenen türkisch-nationalistischen Straßengang „Osmanen Germania BC“ sind zu mehrjährigen Haft- oder Jugendstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Stuttgarter Präsident muss nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart vom Donnerstag sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Der ehemalige sogenannte Vize-Weltpräsident bekam eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Gegen zwei Angeklagte – darunter den früheren „Weltpräsidenten“ – wurden Bewährungsstrafen verhängt. Die Gruppe soll teilweise von Südhessen aus geführt worden sein. (Az.: 3 KLs 201 Js 117340/16.

          Den sieben Angeklagten im Alter zwischen 20 und 47 Jahren wurden unter anderem gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und Drogendelikte zur Last gelegt. Von den ursprünglichen Vorwürfen des versuchten Mordes und versuchten Totschlags rückten Anklage und Kammer im Laufe des zehnmonatigen Prozesses ab.

          Die rockerähnliche Gang war wegen Gefährdung der Allgemeinheit im Juli 2018 bundesweit verboten worden. Nach Angaben des Gerichts ging es in der Verhandlung aber nicht um die politische Dimension der „Osmanen“, sondern um Bandenkriminalität und interne Bestrafungsaktionen: Etwa um das brutale Vorgehen gegen ein abtrünniges Mitglied im baden-württembergischen Herrenberg im Jahr 2017. Dem einstigen Chef der „Osmanen“ in Gießen wurden dabei Zähne ausgeschlagen und ihm wurde in den Oberschenkel geschossen.

          Der Vorsitzende Richter sagte, es handle sich bei den „Osmanen“ nicht um eine bis ins letzte durchstrukturierte Organisation, sondern „eher um ein großes Franchise-Unternehmen“, in dem jeder mit genügend Geld seinen eigenen Ableger gründen könne.

          Weitere Themen

          Thailands König verstößt Geliebte

          Alle Titel aberkannt : Thailands König verstößt Geliebte

          Erst im Juli wurde Sineenat Wongvajirapakdi zur offiziellen Geliebten des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn. Nun findet die Verbindung ein abruptes Ende – wohl auch wegen Rivalitäten im Palast.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen sich in Sotschi.

          Syrien-Konflikt : Putin und Erdogan beraten über nächste Schritte

          Knapp zwei Wochen nach dem Einmarsch türkischer Truppen im Norden Syriens trifft der russische Präsident Putin seinen türkischen Amtskollegen Erdogan zu Krisengesprächen. Reagieren die beiden auch auf einen Vorschlag aus Deutschland für eine international kontrollierte Sicherheitszone?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.