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Marcel H. droht lebenslang : Gutachterin empfiehlt bei Doppelmord von Herne Erwachsenenstrafrecht

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Marcel H. vor dem Landgericht Bochum (Aufnahme vom 8. September 2017) Bild: EPA

Der Doppelmörder Marcel H. ist vor einem Jugendgericht angeklagt. Eine Rechtspsychologin sagt, Erwachsenenstrafrecht sei angemessen. Denn seine „psychopathische, narzisstische und sadistische“ Persönlichkeit sei ausgereift.

          Dem vor einem Jugendgericht angeklagten mutmaßlichen Doppelmörder Marcel H. aus Herne droht möglicherweise lebenslange Haft wegen Mordes.

          Nach Einschätzung von Rechtspsychologin Sabine Nowara vom Donnerstag müsse der 20-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden – und nicht nach Jugendstrafrecht.

          Der Angeklagte sehe zwar „jugendlich“ aus, tatsächlich sei seine Persönlichkeit aber schon ausgereift. Problematisch seien vor allem „psychopathische, narzisstische und sadistische“ Elemente.

          Diese könnten im Jugendstrafvollzug kaum mehr korrigiert werden.

          Am Donnerstag war außerdem bekannt geworden, dass Marcel H. erstmals Anzeichen von Empathie und Reue offenbart hat.

          Der 20-Jährige hatte schon Anfang Januar einen Brief an seine Mutter geschrieben, der vom Gericht verlesen wurde. Darin schreibt er, dass er während des Prozesses vor dem Bochumer Landgericht realisiert habe, „was für einen Schaden“ er verursacht habe.

          Auslöser sei die Reaktion der Mutter seines ehemaligen Schulfreundes Christopher gewesen, den er nach der Tötung des neunjährigen Nachbarjungen Jaden ebenfalls umgebracht hatte. „Ich sah eine verzweifelte Mutter und jeder Gedanke daran schnürt mir die Kehle zu.“ Der Brief endet mit der Grußformel: „Dein ratloser Sohn Marcel.“

          Der Angeklagte hat über seinen Verteidiger schon zu Prozessbeginn am Bochumer Landgericht gestanden, Jaden und Christopher Anfang März 2017 umgebracht zu haben.

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