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Neun Jahre später : Gutachter: Ursache für Archiveinsturz eindeutig geklärt

Trümmer liegen an der Stelle, an der sich das Historische Stadtarchiv befand (Archivfoto) Bild: dpa

Zwei Männer starben, als das Kölner Stadtarchiv vor neun Jahren einstürzte. Der Prozessgutachter benannte am Mittwoch die Ursache für die Katastrophe und widersprach einer Theorie der Verteidigung.

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          Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor mehr als neun Jahren ist durch einen Fehler beim U-Bahn-Bau verursacht worden. Das geht aus dem zentralen Prozessgutachten hervor, mit dessen Vorstellung der Bauingenieur für Geotechnik Hans-Georg Kempfert am Mittwoch im Strafverfahren zu dem Katastrophenfall begonnen hat. Für die Aussage des Hauptsachverständigen hat das Landgericht Köln mehrere Tage angesetzt. Kempferts wichtigste Erkenntnis hatte der Vorsitzende Richter jedoch schon an einem früheren Verhandlungstag zusammengefasst. Demnach steht eindeutig fest, dass ein Loch in einer unterirdischen Wand der Baugrube für den Einsturz ausschlaggebend war, bei dem zwei junge Männer ums Leben kamen und ein Sachschaden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro entstand.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Auch die Staatsanwaltschaft vertritt in dem Prozess die Ansicht, dass Arbeiter beim Bau der geplanten U-Bahn-Haltestelle Waidmarkt direkt unter dem Archivgebäude im Jahr 2005 auf einen Gesteinsblock gestoßen waren. Da dieses Hindernis nicht entfernt wurde, sei die betreffende Betonwand mit einer Fehlstelle gebaut worden. Durch aufgestauten Druck seien durch diese Fehlstelle am 3. März 2009 große Mengen Sand, Kies und Wasser in die Baugrube eingedrungen, wodurch wiederum ein Hohlraum unter dem Archiv entstanden sei. Ohne den stützenden Untergrund sackte das sechsstöckige Archiv in sich zusammen. Kempfert, der die unterirdische Unglücksstelle mehrere Jahre lang eingehend erforscht und seine Erkenntnisse in mehr als 20 Aktenordnern dokumentiert hat, bestätigt die Thesen der Staatsanwaltschaft. Ein Teil der Verteidigung hatte zum Prozessauftakt im Januar dagegen die Ansicht vertreten, auch ein hydraulischer Grundbruch – also ein schicksalhaftes Naturereignis, das durch Bodenverschiebungen hervorgerufen wird –, sei als Unglücksursache nicht auszuschließen.

          Vor dem Kölner Landgericht müssen sich derzeit noch vier Mitarbeiter von Bauunternehmen und den Kölner Verkehrsbetrieben wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung verantworten. Ein fünfter Angeklagter, der ehemalige Polier, ist so schwer erkrankt, dass er nicht mehr verhandlungsfähig ist.

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