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Mord an Freiburger Studentin : Gutachter attestiert Hussein K. ein hohes Rückfallrisiko

Der Angeklagte Hussein K. sitzt am 3. Februar im Gerichtssaal hinter einem Notebook. Bild: dpa

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Studentin Maria L. attestiert ein Gutachter dem Angeklagten eine „erhebliche Rücksichtslosigkeit“ und „gesenkte Gewalthemmung“. Er plädiert für eine Sicherungsverwahrung.

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          Im Strafprozess gegen den Flüchtling Hussein K. hat der psychiatrische Gutachter dafür plädiert, den Angeklagten wegen seiner Gefährlichkeit nach der Verbüßung der Haftstrafe in Sicherungsverwahrung unterzubringen. Der Gutachter attestierte dem Angeklagten ein hohes Rückfallrisiko.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Das zeige schon die Straftat, die Hussein K. auf der Insel Korfu vor seiner Einreise nach Deutschland begangen habe. Dort hatte er eine Studentin angegriffen und von einer Klippe gestoßen. „Er hat keinen emotionalen Resonanzboden für fremdes Leid“, sagte der Gutachter. Das werde sich vermutlich auch nicht ändern.

          Hussein K. hatte am 15. Oktober 2016 die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. in Freiburg am Ufer der Dreisam vergewaltigt und ermordet. Das brutale Verbrechen hatte großes öffentliches Interesse erregt, weil es von einem Täter verübt worden war, der als „minderjähriger Flüchtling“ nach Deutschland eingereist war. Im November 2015 hatte der Angeklagte in Freiburg einen Asylantrag gestellt.

          Seit September 2017 muss er sich vor einer Jugendkammer des Freiburger Landgerichts wegen Mordes und schwerer Vergewaltigung verantworten. Mit dem Vortrag des psychiatrischen Gutachters am Freitag schloss das Gericht die Beweisaufnahme ab. Der Gutachter führte aus, dass der Angeklagte schuldfähig sei, bei ihm keine Schizophrenie vorliege und er einen „manipulativen Charakter“ habe.

          Sein schlechter Charakter habe zur Tat geführt

          Hussein K. hatte am zweiten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt und durch seinen Anwalt seine Darstellung des Tathergangs schildern lassen. Um seine Schuld zu mindern, hatte er behauptet, während der Tat unter dem Einfluss von Alkohol und Cannabis gestanden zu haben. Außerdem hatte er versucht, die Tat als nicht geplant darzustellen.

          Diese Aussagen erwiesen sich bei der weiteren Beweisaufnahme als höchst zweifelhaft. Auch der psychiatrische Gutachter widersprach dem Angeklagten in wichtigen Punkten. Bei ihm liege eine „deutlich gesenkte Gewalthemmung“ vor, es habe während der Tat keine „Leistungsbeeinträchtigung“ durch Drogen gegeben.

          „Was seine Gefährlichkeit ausmacht, ist seine Persönlichkeit. Herr K. zeigt eine erhebliche Rücksichtslosigkeit und Egozentrik“, sagte der Gutachter nach einem Bericht der „Badischen Zeitung“. Weder seine Religion noch seine Herkunft noch seine Sucht hätten zur Tat geführt, sondern sein schlechter Charakter, seine Gewissenlosigkeit und sein frauenfeindliches Verständnis von Sexualität.

          Laut medizinischen Gutachten war Hussein K. zur Tatzeit zwischen 22 und 26 Jahre alt. Er muss deshalb mit einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht rechnen. Das Gericht wird das Urteil voraussichtlich am 22. März verkünden.

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