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Gutachten in Darmstadt : Lehrer missbrauchte mindestens 35 Schüler

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Ein Opfer verfolgt in Wiesbaden die Vorstellung des Berichts zum sexuellem Missbrauch an der Darmstädter Elly-Heuss-Knapp-Schule. Bild: dpa

An einer Grundschule in Darmstadt hat ein Lehrer über Jahre mindestens 35 Kinder missbraucht. Das geht aus einem Gutachten hervor. Manches erinnert an die Odenwaldschule.

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          Nach dem Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule gibt es in Hessen einen zweiten großen Fall, der ebenfalls viele Jahre zurückliegt. An der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt sind einem Gutachten zufolge vor vielen Jahren mindestens 35 Schüler von einem Lehrer missbraucht worden.

          Der Mann war bereits im Ruhestand, als er 2005 wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen verurteilt wurde. Andere Taten waren damals schon verjährt. Aussagen von Opfern wie auch Tagebücher des Mannes deuteten daraufhin, dass sich der Missbrauch über Jahrzehnte hingezogen haben könnte. Damit lag der Verdacht vor, dass Hunderte Schüler der damaligen Grund- und Hauptschule betroffen gewesen sein könnten. Der Lehrer starb 2008 in der Haft.

          Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte im März 2015 Missbrauchsopfer getroffen und anschließend die Aufarbeitung in Auftrag gegeben. Die Wiesbadener Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller war Ansprechpartnerin für Betroffene. Die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, untersuchte den Fall anhand von Dokumenten und Quellen. Burgsmüller und Tilmann hatten schon einen Bericht über den sexuellen Missbrauch an der südhessischen Odenwaldschule erstellt. Bei der Odenwaldschule wird von mindestens 132 Opfern ausgegangen. Auch die Übergriffe dort lagen etliche Jahre zurück und wurden lange verschwiegen.

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