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In Hochsicherheitsgefängnis : Guatemalas „Gefängniskönig“ stirbt bei Revolte

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Gefängniswächter schauen am Montag auf das Hochsicherheitsgefängnis bei Guatemala-Stadt, in dem es mehrere Tote gegeben hat. Bild: dpa

In einem Hochsicherheitsgefängnis streiten verfeindete Gruppen um die Vorherrschaft im Drogenhandel. Dabei ist jetzt einer der berüchtigtsten Kriminellen des Landes getötet worden.

          Bei einer Revolte in einem Hochsicherheitsgefängnis in Guatemala ist einer der berüchtigtsten und einflussreichsten Kriminellen des Landes getötet worden. Die Polizei bestätigte am Dienstag (Ortszeit) den Tod des Ex-Soldaten Byron Lima, wie „Prensa Libre“ berichtete. Der frühere Hauptmann war wegen Mordes an dem Bischof Juan Gerardi zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Priester hatte sich für die Aufarbeitung der während des Bürgerkriegs (1960-1996) verübten Verbrechen eingesetzt.

          Lima unterhielt auch enge Beziehungen in höchste politische Kreise. Er galt als enger Vertrauter des wegen Korruption ebenfalls inhaftierten Ex-Präsidenten Otto Pérez Molina. Aus dem Gefängnis heraus unterstützte er 2011 seinen Wahlkampf.

          Der verstorbene Kriminelle Byron Lima auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2012

          Bei der Revolte zwischen verfeindeten Gruppen in dem Hochsicherheitsgefängnis in Fraijanes in der Nähe von Guatemala-Stadt soll es laut Medienberichten um die Vorherrschaft im Drogenhandel gegangen sein. Lima genoss zahlreiche Privilegien und dirigierte aus der Haft heraus ein mächtiges kriminelles Netzwerk. Er besaß Mobiltelefone, hatte Internetzugang und konnte die Haftanstalt verlassen, um seinen Geschäften nachzugehen.

          Enge Kontakte in Politik und Wirtschaft

          Der Leiter der UN-Kommission gegen Straffreiheit, Iván Velásquez, sagte, es sei bekannt, dass Lima auch weiterhin enge Kontakte in hohe politische und ökonomische Kreise habe. In nationalen Medien wurde er als „König der Gefängnisse“ bezeichnet.

          Die guatemaltekische Bischofskonferenz hatte Gerardi 1988 in die Nationale Versöhnungskommission entsandt, um die Gräueltaten während des Bürgerkriegs aufarbeiten zu helfen. Die Kommission wie auch die spätere UN-Wahrheitskommission machten das Militär und paramilitärische Banden für die meisten Verbrechen verantwortlich. Zwei Tage vor Vorstellung des Abschlussberichtes, am 26. April 1998, wurde Bischof Gerardi in seinem Haus in Guatemala-Stadt erschlagen.

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