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Gruppenvergewaltigung 2012 : Indien richtet vier Haupttäter hin

Die Mutter des Vergewaltigungsopfers kurz nach der Urteilsvollstreckung in Neu Delhi. Bild: AFP

Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Im Dezember 2012 vergewaltigten mehrere Männer brutal eine junge Frau in einem Bus in Delhi und verletzten sie tödlich. Die Vollstreckung des Urteils löst Jubel aus.

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          Mehr als sieben Jahre, nachdem die brutale Gruppenvergewaltigung einer angehenden Physiotherapeutin in Delhi die Menschen in Indien aufgeschreckt hatte, sind die vier erwachsenen Haupttäter am Freitag hingerichtet worden. Die vier Männer waren am Morgen um 5.30 Uhr Ortszeit im Tihar-Gefängnis der Hauptstadt erhängt worden. Ein letzter Versuch, doch noch eine Gnadenfrist zu bekommen, war kurz zuvor durch das höchste Gericht abgelehnt worden. Die Eltern der anfänglich nur als „Nirbhaya“ („Die Furchtlose“) bekannten Studentin Jyoti Singh zeigten sich am Freitag erleichtert. „Nun wurden sie endlich aufgehängt. Es war ein langer Kampf, aber heute haben wir Gerechtigkeit bekommen. Dieser Tag ist den Töchtern des Landes gewidmet“, sagte die Mutter Asha Devi der indischen Presse.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Vater des Opfers, Badrinath Singh, zeigte vor der Presse mit den Fingern das „Victory“-Zeichen. Die Eltern hatten jahrelang juristisch für die Vollstreckung des Urteils gekämpft. Insgesamt waren sechs Männer wegen der Vergewaltigung verurteilt worden. Einer von ihnen war später tot in seiner Zelle gefunden worden. Ein weiterer, der zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, war freigekommen, nachdem er drei Jahre im Jugendvollzug gesessen hatte. Die Männer hatten die 23 Jahre alte Frau im Dezember 2012 nach einem Kinobesuch in einem Bus mehrfach brutal vergewaltigt und ihren männlichen Begleiter zusammengeschlagen. Rund zwei Wochen nach der Tat war sie in einem Krankenhaus in Singapur den massiven Verletzungen erlegen.

          Der Fall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Er richtete das Augenmerk auf das Problem der massiven Gewalt gegen Frauen in Indien. Dort war etwa im Jahr 2018 im Durchschnitt alle 15 Minuten die Vergewaltigung einer Frau oder eines Mädchens gemeldet worden. Die Dunkelziffer dürfte allerdings viel höher sein. Nur 85 Prozent der gemeldeten Taten führen zu Anklagen und nur 27 Prozent zu Verurteilungen. Die Regierung hatte nach der Tat die Gesetze gegen Vergewaltigung verschärft. Frauenrechtlerinnen kritisieren aber deren mangelnde Umsetzung. Schon damals hatten die Menschen die sofortige Hinrichtung der Männer gefordert. Der immer wieder verschobene Termin war als Zeichen einer schwachen Justiz gewertet worden, die sich durch immer neue Anträge und Gnadengesuche der Verurteilten an der Nase herumführen lasse.

          Die letzte Hinrichtung liegt fünf Jahre zurück

          Vor dem Gefängnis hatte sich eine große Menschenmenge versammelt. Als die Menschen erfuhren, dass die Hinrichtung vollstreckt war, brachen sie in Jubel aus. Die Mutter berichtete, sie habe am Morgen ein Bild ihrer Tochter umarmt. „Ich bin stolz auf meine Tochter. Ich habe sie nicht retten können, das werde ich mein Leben lang bedauern“, sagte Asha Devi. Die letzte Hinrichtung in Indien liegt rund fünf Jahre zurück. Damals war der Terrorist Yakub Memon erhängt worden. Er war für einen verheerenden Bombenanschläge in Bombay im Jahr 1993 verantwortlich gemacht worden. Die Leichen der vier Männer, Mukesh Singh (32), Pawan Gupta (25), Vinay Sharma (26) und Akshay Kumar Singh (31) wurden am Morgen zur Autopsie gebracht. Danach dürfen ihre Familien sie in Empfang nehmen. Der indischen Presse zufolge hatte die vier Männer in der Nacht zuvor kaum geschlafen und auf ihre letzten Mahlzeiten verzichtet.

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