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SEK-Einsatz auf A9 : Polizei schließt im Fall von Reisebus in Bayern Geiselnahme aus

  • Aktualisiert am

Polizisten stehen mit zivilien Fahrzeugen auf der Autobahn 9. Bild: dpa

Ein Großeinsatz auf einer Autobahn in Bayern hatte die Polizei am Dienstagabend in Atem gehalten. Am Tag danach können die Ermittler eine Geiselnahme ausschließen. Der Vorwurf gegen den Tatverdächtigen wiegt dennoch schwer.

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          Die Attacke erfolgte ohne Vorwarnung: Der Streit in einem Reisebus auf der Autobahn  9, der am Dienstagabend den Zugriff eines Spezialeinsatzkommandos und die stundenlange Sperrung der A 9 nach sich zog, begann mit dem Angriff eines Fahrgastes auf einen Mitreisenden. Der Bus, in dem 14 Serben saßen, drei von ihnen Busfahrer, war unterwegs nach Belgrad. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken hatte dann plötzlich ein 30 Jahre alter Fahrgast einen Zwanzigjährigen, der vor ihm saß und schlief, „unvermittelt“ angegriffen. Der Mann habe den Jüngeren auf den Boden geschleudert und mehrmals mit den Füßen auf den Kopf getreten.

          Er soll auch eine 24 Jahre alte Frau ins Gesicht geschlagen haben, zudem habe er während seiner Angriffe „Todesdrohungen und weitere wirre Gedanken“ geäußert. Das ist der bisherige Kenntnisstand der Ermittler, die mit Hilfe von Dolmetschern Zeugen befragt haben. Der Zwanzigjährige wurde später in einem Krankenhaus medizinisch versorgt, konnte aber noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen. Die Frau erlitt leichte Verletzungen.

          Am Dienstag war gegen 17.30 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums ein Notruf über einen Streit und eine „mögliche Bedrohungslage“ eingegangen. Da hatte der Bus schon angehalten und stand auf dem Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding. Es hieß, die Reisegäste hätten bis auf drei Busfahrer und einen möglicherweise bewaffneten Mann den Bus verlassen. Die A 9 wurde daraufhin zwischen den Anschlussstellen in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt, zahlreiche Einsatzkräfte fuhren zum Tatort. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Mann bewaffnet war, bestand auch die Gefahr einer Geiselnahme.

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          Gegen 21.30 Uhr konnte der mutmaßliche 30 Jahre alte Tatverdächtige schließlich durch das Spezialeinsatzkommando widerstandslos festgenommen werden. Zuvor waren die Busfahrer per Telefon kontaktiert worden, sie hatten dann den Bus verlassen können. Hinweise auf eine Geiselnahme hat die Polizei somit zunächst nicht. Bislang hätten sich auch keine Hinweise darauf ergeben, dass der Tatverdächtige unter dem Einfluss „berauschender Mittel“ stand.

          Sowohl die Reisegäste als auch die Busfahrer seien durch Polizeibeamte „über den gesamten Zeitraum begleitet und durch Notfallseelsorger psychologisch betreut“ worden. Zudem wurde ihre Weiterreise nach Belgrad organisiert.

          Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hatte zunächst Haftantrag gegen den Serben wegen „des Verdachts des versuchten Totschlags“ gestellt. Weil das Opfer jedoch geschlafen haben soll, als es angegriffen wurde, habe der Ermittlungsrichter entschieden, wegen versuchten Mordes zu ermitteln. Es bestehe der Verdacht auf „Heimtücke“. 

          Wie die Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilte, sei der Tatverdächtige mittlerweile in einer psychiatrischen Fachklinik untergebracht worden. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand befinde. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei nicht auszuschließen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Diese wäre aber Voraussetzung für einen Haftbefehl. Das Motiv ist weiterhin unklar. 

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