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Großbritannien : Tausend Mädchen zur Prostitution gezwungen

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Wie ausreichend ist der Schutz von Sexarbeiterinnen in Frankfurt? Bild: dpa

Seit den achtziger Jahren sollen rund tausend junge Mädchen im englischen Telford missbraucht und zur Prostitution gezwungen worden sein. Das berichtet der „Sunday Mirror“.

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          Kriminelle Banden sollen in der britischen Stadt Telford über vierzig Jahre hinweg minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Dies deckte die britische Zeitung „The Sunday Mirror“ nach einer 18 Monate andauernden Recherche auf. Die jungen Mädchen wurden laut dem „Mirror“ über Jahrzehnte hinweg gefoltert, unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Insgesamt sollen rund tausend Kinder und Jugendliche betroffen sein – einige von ihnen nicht älter als elf Jahre. Eine Mutter und vier der missbrauchten Mädchen seien gar zu Tode gekommen.

          Trotz Warnungen von Seiten örtlicher Sozialarbeiter und obwohl es in Rochdale und Rotherham ähnliche Fälle gegeben hatte, sollen die Behörden der 160.000 Einwohner zählenden Stadt Telford jahrelang nicht auf die schwerwiegenden Anschuldigungen gegen kriminelle Banden reagiert haben. Wie auch in Rotherham soll dies teils aus Angst geschehen sein, als rassistisch zu gelten – die Täter in Rotherham waren Pakistani, auch in Telford handelt es sich wohl um Täter aus Asien.

          Die Ermittler hätten bereits in den 90er-Jahren von dem Missbrauch der Mädchen erfahren und bis zum Jahr 2007 nichts unternommen, so die Vorwürfe. Erst danach sei es zu Ermittlungen gekommen, wobei lediglich neun von insgesamt rund 200 Tatverdächtigen auch tatsächlich verurteilt worden wären. In Polizeiunterlagen seien die betroffenen Kinder nicht als Opfer, sondern als Prostituierte gelistet worden.

          Im Zuge der Recherchen sprachen die Redakteure des „Mirror“ mit zwölf Mädchen, die Opfer der Banden geworden sein sollen. Diese berichten unabhängig voneinander von Vergewaltigungen, Prostitution und Abtreibungen. Ein Mädchen berichtete, sie sei wenige Stunden nach ihrer zweiten Abtreibung bereits wieder vergewaltigt worden.

          Im Jahr 2000 starben eines der Opfer, seine Schwester und seine Mutter, als sein Vergewaltiger das Haus der Familie anzündete. Er wurde für den Mord verurteilt, nicht aber für den Missbrauch. Der Tod des Mädchens habe seitdem als Abschreckung für andere gedient, die versuchten, sich zur Wehr zu setzen.

          Laut Polizei werden die Recherchen der Zeitung „sehr ernst“ genommen.

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