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„Gefährdung des Lebens“ : Gotthard-Raser muss Strafe in Deutschland absitzen

  • Aktualisiert am

Überholen verboten: Einfahrt des Gotthardtunnels Bild: dpa

Weil er durch den Gotthard-Tunnel raste, wurde ein Deutscher in der Schweiz zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt. Zuerst sah es so aus, als würden deutsche Behörden die Strafe nicht vollstrecken. Jetzt hat ein Gericht anders entschieden.

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          Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) hat entschieden, dass ein in der Schweiz verurteilter Raser seine Haftstrafe in Deutschland absitzen muss. Die Vollstreckung des Urteils gegen den deutschen Staatsbürger sei zulässig, teilte das OLG am Mittwoch mit. Der heute 43-Jährige überholte im Jahr 2014 mehrmals mit viel zu hoher Geschwindigkeit im Gotthard-Tunnel. Bei einer Verfolgungsfahrt mit der Polizei fuhr der Mann anschließend mit bis zu 200 Stundenkilometern.

          Der Raser wurde deshalb in Abwesenheit von einem schweizerischen Gericht wegen „Gefährdung des Lebens und wiederholter grober qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln“ zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Davon hätte er zwölf Monate verbüßen sollen.

          Da der Verurteilte in Ludwigsburg wohnt, stellte das Schweizerische Bundesamt für Justiz bei den deutschen Behörden den Antrag, dass diese die Strafe gegen den Mann vollstrecken. Das hatte das Landgericht Stuttgart im März zunächst abgelehnt, da das Verhalten des Autofahrers in Deutschland nur als Ordnungswidrigkeit zu werten sei.

          Das Oberlandesgericht hob diesen Beschluss nun auf. Das Strafmaß könne zwar möglicherweise als hart angesehen werden, aber nicht als unerträglich. Der „Bild“-Zeitung sagte der Mann: „Ich gehe auf keinen Fall in den Knast.“ Die Entscheidung des OLG ist aber rechtskräftig. Sollte er zu einem bestimmten Termin nicht freiwillig ins Gefängnis gehen, kann gegen ihn Haftbefehl erlassen werden.

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