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Gladbecker Geiseldrama : Geiselgangster Degowski kommt wohl mit neuem Namen frei

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Geiselnehmer Dieter Degowski posiert am 18. August 1988 in einem gekaperten Linienbus mit einer Waffe. Bild: Picture-Alliance

Die Mindesthaftstrafe hat der Gladbecker Geiselnehmer Dieter Degowski seit einigen Jahren abgesessen. 2016 könnte er aus der Haft entlassen werden. Deshalb bekommt er derzeit „dosierte Lockerungsmaßnahmen“ und denkt über eine Namensänderung nach.

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          Der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski wird sein Leben in Freiheit vermutlich unter einem neuen Namen beginnen. „Es ist nicht unüblich, dass bekanntgewordene Straftäter eine Namensänderung beantragen“, sagte ein Sprecher von Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Donnerstag und bestätigte einen Bericht des „Westfälischen Anzeigers“ (Donnerstag). Eine Entlassung des dann etwa 60-Jährigen sei frühestens im August 2016 möglich. Degowski und sein Komplize hatten im August 1988 nach einem missglückten Bankraub in Gladbeck mehrere Geiseln genommen. Mit ihnen flüchteten sie drei Tage lang durch die Bundesrepublik und die Niederlande. Bei dem Geiseldrama kamen drei Menschen ums Leben.

          Degowski werde derzeit mit „dosierten Lockerungsmaßnahmen“ auf seine Entlassung vorbereitet, sagte der stellvertretende Leiter der JVA Werl, Andreas Jellentrup. Degowski sei dabei schon allein zu sogenannten Tagesausgängen unterwegs. Er besuche Menschen, zu denen er trotz der langen Haft noch Kontakt habe. „Das ist bisher alles problemlos gelaufen.“ Jellentrup bestätigte, dass Degowski von sich aus Erwägungen zur Namensänderung anstelle. Die Anwältin Degowskis war zunächst nicht zu erreichen.

          Bisher habe Degowski nicht beantragt, seine Reststrafe zur Bewährung auszusetzen, sagte Jellentrup. Vor einer Entlassung müsse ein Gutachter den Geiselgangster abermals auf seine Gefährlichkeit untersuchen, sagte der Ministeriumssprecher. Dann würde die Strafvollstreckungskammer des Arnsberger Landgerichts darüber entscheiden. 2013 hatte das Arnsberger Landgericht die JVA aufgefordert, Degowski auf eine mögliche Entlassung im Jahr 2016 vorzubereiten.

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