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Lohfink-Prozess : „Wir hatten zu dritt Spaß“

  • Aktualisiert am

Gina-Lisa Lohfink, umringt von ihren beiden Anwälten. Bild: dpa

Gina-Lisa Lohfink steht vor Gericht, weil sie zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt haben soll. Einer der angeblichen Vergewaltiger bringt nun vor Gericht einige intime Details zur Sprache.

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          Im Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink hat einer ihrer angeblichen Vergewaltiger der Angeklagten eine frei erfundene Medienkampagne vorgeworfen. „Sie wollte unbedingt in die Presse“, sagte der als Zeuge geladene Sebastian C. am Montag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Der frühere VIP-Betreuer eines Berliner Nachtclubs bestritt am dritten Prozesstag rigoros, Lohfink zusammen mit dem gemeinsamen Bekannten Pardis F. vergewaltigt zu haben.

          Die Staatsanwaltschaft wirft der 29 Jahre alten Frau vor, die beiden Männer wider besseres Wissen der Vergewaltigung zu bezichtigen. Im Fall einer Verurteilung droht ihr eine Geldstrafe von 24.000 Euro. Anders als vom Gericht angestrebt, soll das Urteil nicht mehr am Montag fallen.

          Bereits am zweiten Verhandlungstag hatte der Fußballprofi F. die Vergewaltigungsvorwürfe bestritten. Nun beteuerte auch der 33 Jahre alte Sebastian C., dass der Geschlechtsverkehr im Juni 2012 einvernehmlich und ohne Einfluss von Drogen abgelaufen sei.

          Fall entfachte eine Debatte über verschärftes Sexualstrafrecht

          Die von beiden Männern angefertigten Handyvideoaufnahmen waren vielfach im Internet verbreitet worden. Die Debatte über diese Aufnahmen und Lohfinks darin zu hörende Worte „Hör auf“ standen am Anfang einer öffentlichen Debatte, die im Frühsommer in eine Verschärfung des Sexualstrafrechts mündete.

          Am Montag waren die Bilder auch Gegenstand im Gerichtssaal: Mit Hilfe eines vom Publikum abgewandten Bildschirms diskutierte die Vorsitzende Richterin Antje Ebner den Inhalt der Aufnahmen mit Lohfinks Verteidigern sowie der Staatsanwältin Corinna Gögge. Dabei blieb strittig, ob Lohfinks Verhalten tatsächlich auf eine Ablehnung des Geschlechtsverkehrs schließen lässt.

          Lohfinks Verteidiger Burkhard Benecken und Christian Simonis meinten in einer Filmsequenz Schläge in das Gesicht der Angeklagten zu erkennen. Dem widersprach Gögge. Als Benecken seine Mandantin zur Begutachtung der Bilder zum Richtertisch holte, brach diese in Tränen aus.

          Mehrfache Ordnungsrufe für den Zeugen

          Weinend und laut sagte Lohfink: „Das sieht man doch, dass ich das nicht wollte.“ Da die Angeklagte sich nicht beruhigen ließ, wurde der Prozess kurzzeitig unterbrochen. Auch nach der Pause wollte Lohfink die Bilder nicht mit ansehen und hielt sich auf der Anklagebank sitzend die Ohren zu.

          Bei der anschließenden Befragung von Sebastian C. war Lohfink nicht anwesend. Der aufgekratzt wirkende Zeuge musste von Ebner mehrfach zur Ordnung gerufen werden. Benecken konfrontierte C. mit Äußerungen dreier Frauen, die ihn verschiedener Gewaltakte, darunter eine Vergewaltigung, beschuldigten.

          „Ich habe mit 500 Frauen geschlafen, und sie bringen die drei hier an, die sich beschwert haben“, sagte C. und bestritt sämtliche Anschuldigungen. Vor dem Gebäude erklärten sich derweil etwa 50 Demonstranten solidarisch mit Lohfink und protestierten gegen jede Form sexueller Gewalt.

          Benecken beantragte, Elena H. als Zeugin zu hören, die angibt, im Jahr 2004 von Sebastian P. unter Einsatz von Betäubungsmitteln vergewaltigt worden zu sein. Benecken begründete den Antrag mit der „großen Ähnlichkeit“ zu den Vorwürfen Lohfinks. Elena H. hatte 2004 mangels Beweisen auf eine Anzeige verzichtet.

          Einen von Simonis vorgeschlagenen Drogentest lehnte P. ab. Auf Nachfrage räumte er ein, schon einmal gemeinsam mit Pardis F. mit zwei anderen Frauen Sex gehabt zu haben. Benecken bezeichnete P. als „potenziell hochgefährlichen Serientäter“.

          Benecken versuchte auch darüber hinaus den Charakter von Sebastian P. in Zweifel zu ziehen. Es sei fraglich, warum P. vier Jahre zu den Vorwürfen geschwiegen habe, nun aber an die Öffentlichkeit trete und eine Verleumdungsklage gegen Lohfink ankündige.

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