https://www.faz.net/-gum-aimo9

Ghislaine Maxwell vor Gericht : Ein Mädchen soll sie auf einem Parkplatz rekrutiert haben

  • -Aktualisiert am

Ein Gerichtszeichner porträtiert Maxwell (links) die der Aussage von Juan Alessi (rechts) zuhört. Bild: AFP

Im Prozess wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch belastet ein früherer Hausangestellter Ghislaine Maxwell. Die Britin soll sich als „Hausherrin“ präsentiert haben. Er habe zudem beobachtet, wie Maxwell Virgina Giuffre ansprach.

          1 Min.

          Die britische Erbin Ghislaine Maxwell, die seit Montag wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch vor einem Bundesgericht in New York steht, soll auf den Anwesen des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein den Ton angegeben haben. Ein früherer Hausangestellter des verstorbenen Finanzmanagers, Juan Alessi, sagte am Donnerstag aus, Maxwell habe sich als „Hausherrin“ präsentiert. Zudem habe er beobachtet, wie die Neunundfünfzigjährige Minderjährige rekrutierte.

          Wie Alessi dem Gericht sagte, habe er Maxwell Anfang der Neunzigerjahre nach Mar-a-Lago, dem Privatclub des späteren amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Florida, gefahren. Als ihr auf dem Parkplatz des Clubs ein Mädchen auffiel, habe sie es angesprochen. Einige Stunden später soll das Mädchen, Virginia Roberts Giuffre, Epstein und Maxwell zum ersten Mal in deren Villa in Palm Beach besucht haben. Die heute Achtunddreißigjährige hatte in den vergangenen Jahren wiederholt angegeben, als Minderjährige von Epstein und Maxwell missbraucht worden zu sein. Die Angeklagte und ihr früherer Lebensgefährte sollen die damals Siebzehnjährige auch Prinz Andrew für sexuelle Übergriffe überlassen haben.

          Alessi erinnerte sich am Donnerstag an weitere junge Frauen, die Epstein und Maxwell Anwesen in Palm Beach, Manhattan, New Mexico und der Karibikinsel Little St. James besuchten. Nach „Massagen“ hinter verschlossenen Türen habe er immer wieder Dildos, Vibratoren und Sexspielzeuge entdeckt. Laut einem fast 60 Seiten langen Regelbuch durfte Alessi sich aber nicht zu den Funden äußern. „Ich sollte blind und taub sein und durfte nichts sagen“, sagte er aus. Die Staatsanwaltschaft wirft Maxwell vor, zwischen 1994 und 2004 regelmäßig Mädchen und Frauen für sexuelle Übergriffe durch Epstein rekrutiert zu haben.

          Laut Verteidigung soll die Tochter des britischen Medienmoguls Robert Maxwell aber ebenfalls durch den verurteilten Sexualstraftäter manipuliert worden sein. Bei einem Schuldspruch nach den sechs geplanten Prozesswochen drohen Maxwell bis zu 80 Jahre Haft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Olaf Scholz und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

          Nord Stream 2 : Scholz korrigiert sich

          Der Kanzler nimmt die Leitung nicht mehr von möglichen Sanktionen gegen Russland aus. Das ist richtig, der Preis für eine Invasion in der Ukraine muss hoch sein.
          Der britische Premierminister Boris Johnson und sein früherer Chefberater Dominic Cummings (rechts) verlassen Downing Street im September 2019

          Party in Downing Street : Wurde Johnson gewarnt?

          Boris Johnsons früherer Berater Dominic Cummings belastet den britischen Premierminister. Es werde noch weitere belastende Fotos geben, kündigt er an. Der Privatkrieg zwischen den beiden geht weiter.