https://www.faz.net/-gum-a1a7q

Angst vor Corona-Ansteckung : Ghislaine Maxwell bietet fünf Millionen Dollar für Haftentlassung

  • Aktualisiert am

Die Anwälte von Ghislaine Maxwell, der engen Vertrauten des Finanziers Jeffrey Epstein, haben deren Entlassung in den Hausarrest gefordert. Bild: dpa

Die Vertraute des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein möchte das Gefängnis verlassen und sich lieber mit einer Fußfessel in eine New Yorker Wohnung zurückziehen. Ihre Anwälte beteuern, es bestehe „kein Fluchtrisiko“.

          2 Min.

          Die inhaftierte frühere Freundin des verstorbenen amerikanischen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, will gegen fünf Millionen Dollar Kaution auf freien Fuß kommen. In einem am Freitag bei Gericht eingereichten Dokument beteuern die Anwälte der 58-Jährigen, es bestehe „kein Fluchtrisiko“. Maxwell werde ihre Reisepässe abgeben und sich mit einer Fußfessel in eine New Yorker Wohnung zurückziehen. Die Bundesanwaltschaft in Manhattan war vergangene Woche hingegen von einem „extremen“ Fluchtrisiko ausgegangen.

          Die Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell besitzt Reisepässe aus Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Bei der Kaution von umgerechnet 4,4 Millionen Euro bieten die Anwälte an, dass sechs Geschäftspartner Maxwells für die Summe bürgen. Außerdem soll ein Anwesen in Großbritannien im Wert von 3,75 Millionen Dollar als Sicherheit dienen.

          Als Begründung für ihren Antrag auf eine Haftentlassung führen die Anwälte auch an, dass Maxwell sich im Gefängnis mit dem Coronavirus anstecken könnte. Sie betonen, Maxwell weise die gegen sie erhobenen Vorwürfe „entschieden“ zurück und wolle sich juristisch gegen sie zur Wehr setzen.

          F.A.Z.-Newsletter „Coronavirus“

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Die frühere Epstein-Vertraute war vor einer Woche im Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden und sitzt derzeit in einem New Yorker Gefängnis in Untersuchungshaft. Die Justiz wirft ihr vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben, die von dem Investmentbanker dann sexuell missbraucht wurden.

          Maxwell soll am Missbrauch teilweise auch selbst beteiligt gewesen sein. Bei einer Verurteilung drohen ihr 35 Jahre Gefängnis.

          Eine Gerichtsanhörung ist für kommenden Dienstag geplant. Die Staatsanwaltschaft wird fordern, dass Maxwell bis zum Beginn des Prozesses in Untersuchungshaft bleibt. Die Anklage sieht eine große Fluchtgefahr bei der wohlhabenden Geschäftsfrau.

          Behörden befürchten Suizidgefahr bei Maxwell

          Maxwells Festnahme war eine spektakuläre Entwicklung im Fall Epstein. Der Multimillionär soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der bestens vernetzte Investmentbanker wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

          Maxwell, steht wegen mutmaßlicher Suizidgefahr in Untersuchungshaft unter besonderer Beobachtung. Für den Schutz der Verdächtigen habe das Justizministerium zusätzliche Sicherheitsprotokolle zu den üblichen Auflagen in Kraft gesetzt, berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf informierte Kreise.

          Bundesbeamte seien so besorgt gewesen, dass Maxwell sich das Leben nehmen könnte, dass sie ihr nach ihrer Verhaftung Kleidung und Bettlaken weggenommen hätten. Im Gewahrsam müsse sie nun Kleidung aus Papier tragen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frauen in weiß protestieren während einer Kundgebung zur Unterstützung der inhaftierten Demonstranten in Minsk.

          Proteste halten an : Belarus trotzt der Polizeigewalt

          In den vergangenen Nächten ließ Lukaschenka Proteste gegen seinen angeblichen Wahlsieg brutal niedergeschlagen, dennoch gehen auch am Mittwoch wieder Tausende auf die Straße, immer mehr Prominente stellen sich hinter sie. Nun gibt es ein zweites Todesopfer.
           Eine Mitarbeiterin des Instituts für Infektiologie Emilio Ribas zeigt den Impfstoff gegen SARS-CoV-2 des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac.

          „Versehen“ des RKI : Das Wumms-Papier aus der Berliner Corona-Zentrale

          Impfung im Herbst – das Schicksal meint es wirklich gut mit den Deutschen, so musste man das neue Positionspapier des Robert-Koch-Instituts zur Corona-Strategie deuten. Bis der Traum ganz schnell zerplatzte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.