https://www.faz.net/-gum-8h930

Gewalt in Flüchtlingsheim : 200 Stunden gemeinnützige Arbeit

  • Aktualisiert am

Zerstörte Fensterscheiben lagen nach den Ausschreitungen im August 2015 vor dem Suhler Flüchtlingsheim. Bild: dpa

Wegen eines zerrissenen Korans kam es in einer Flüchtlingsunterkunft in Suhl zu einer Massenschlägerei. Zwei Beteiligte wurden deshalb nun verurteilt. Ihre Jugendstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

          1 Min.

          Nach gewalttätigen Ausschreitungen in einem Flüchtlingsheim in Suhl im August 2015 sind zwei weitere Beteiligte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Meiningen verhängte gegen die zur Tatzeit 17 und 18 Jahre alten Männer aus Afghanistan am Donnerstag Jugendstrafen von eineinhalb Jahren wegen schweren Landfriedensbruchs. Sie wurden zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem müssen die Männer innerhalb der nächsten zehn Monate 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Damit endete der dritte Prozess nach den Ausschreitungen, bei denen 17 Menschen, darunter sechs Polizeibeamte, verletzt worden waren.

          Auslöser für den Gewaltausbruch war ein von einem Flüchtling zerrissener Koran. Daraufhin wurde dieser laut Polizeiangaben von 20 anderen Flüchtlingen verfolgt. Als die Polizei die Lage beruhigen wollte, warfen die Heimbewohner mit Steinen und Stangen nach den Beamten. Durch ihre Beteiligung an den gewalttätigen Ausschreitungen hatten sich auch die beiden Männer aus Afghanistan strafbar gemacht.

          Es war nicht die erste Auseinandersetzung in dem Flüchtlingsheim in Suhl: Schon Anfang August 2015 war bei einem Fußballspiel unter Asylbewerbern aus Afrika und vom Balkan eine Schlägerei ausgebrochen. Zur Zeit beider Gewaltausbrüche war das Heim stark überbelegt: Anstatt wie geplant 1200 wohnten rund 1800 Flüchtlinge in der Unterkunft. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) hatte die Zustände damals als „unhaltbar“ bezeichnet.

          Weitere Themen

          Autokorso statt Menschenmenge am Unabhängigkeitstag

          Corona-Infektionen in Amerika : Autokorso statt Menschenmenge am Unabhängigkeitstag

          Der Unabhängigkeitstag wurde in diesem Jahr zurückhaltend gefeiert, denn in den Vereinigten Staaten steigen die Infektionszahlen weiter stark an. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen, aber auch zu den vielen Toten unter den älteren Infizierten gibt es erste Untersuchungen.

          Topmeldungen

          Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum

          Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

          Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurück gezwungen.
          Ein provisorisches Krankenhaus für die Corona-Infizierten in der Stadt Lleida.

          Corona- und Wirtschaftskrise : Spaniens Kampf ums Überleben

          Das südeuropäische Land muss wegen des heftigsten Corona-Ausbruchs seit der Öffnung neue Ausgangssperren verhängen. Und auch wirtschaftlich sieht es düster aus: Ministerpräsident Sánchez kämpft um die Kredite und Zuschüsse der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.