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Gewalt in Brasilien : Häftlinge enthaupten Rivalen

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Überfüllte Gefängnisse wie dieses in Porto Alegre sind in Brasilien keine Seltenheit. Bild: dpa

Häftlinge der brasilianischen Haftanstalt Pedrinhas haben drei Rivalen enthauptet und die verstümmelten Leichen gefilmt. Die Gefängnisleitung scheint machtlos zu sein: Seit 2007 wurden in der Anstalt mehr als 150 Menschen getötet.

          Brasilianische Häftlinge haben einem Medienbericht zufolge drei Rivalen enthauptet und die verstümmelten Leichen gefilmt. Die Männer seien im Zuge einer Fehde in der Haftanstalt Pedrinhas im nördlichen Bundesstaat Maranhão gefoltert und ermordet worden, berichtete die Zeitung „Folha de São Paulo“. Die Behörden erklärten, die Echtheit des Videos werde geprüft.

          Das Mitte Dezember mit einem Handy gefilmte Video hatten Insassen zunächst der Gewerkschaft der Gefängniswärter übergeben. Diese leitete es an die Zeitung weiter, die einen Auszug veröffentlichte.

          In Pedrinhas waren im vergangenen Jahr 60 Insassen getötet worden. Nachdem vergangene Woche wieder zwei Tote in der Haftanstalt entdeckt wurden, verschärften die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen. Die Häftlinge reagierten darauf nach Polizeiangaben mit der Anordnung von Brandanschlägen auf Busse in São Luis, der Hauptstadt Maranhãos. Tatsächlich starb bei solchen Bränden ein Kind, vier weitere Personen wurden verletzt.

          Amnesty International ist besorgt über das Ausmaß der Gewalt

          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte sich besorgt über das Ausmaß der Gewalt in der Haftanstalt. Seit 2007 seien mehr als 150 Menschen in Pedrinhas umgebracht worden. Zu den schweren Menschenrechtsverletzungen in dem Gefängnis zählten auch zahlreiche Vergewaltigungen von Frauen, die ihre inhaftierten Verwandten besuchten. „Es ist unannehmbar, dass diese Zustände so lange Zeit anhalten, ohne dass die verantwortlichen Behörden effektive Maßnahmen treffen“, hieß es in der am Dienstag von Amnesty International veröffentlichten Mitteilung.

          Das für maximal 1700 Häftlinge ausgelegte Gefängnis von Pedrinhas ist mit 2500 Insassen stark überbelegt. Die Regierung von Maranhão hatte am Montag das Angebot von Staatschefin Dilma Rousseff angenommen, die gefährlichsten Häftlinge von Pedrinhas in Bundesanstalten zu verlegen.

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