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Lehrerin legt Fake-Attest vor : Kein Star, aber draußen

  • -Aktualisiert am

Zeugin vor Gericht: Nathalie Volk begleitet ihre Mutter im März 2017 zum Prozess in Soltau. Bild: dpa

Die Mutter von Nathalie Volk wollte um jeden Preis mit ihrer Tochter zum Dschungelcamp 2016 nach Australien reisen. Das kommt die Lehrerin nun teuer zu stehen.

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          Zwölf Tage lang durfte sich Nathalie Volk 2016 an Kakerlaken delektieren und zwischen Tausendfüßlern baden, danach war der Aufenthalt des Models im Dschungelcamp beendet. Für ihre Mutter aber ist das Kapitel bis heute nicht abgeschlossen, und es steuert nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen auf ein wenig rühmliches Ende zu. Das Gericht entschied, dass die einstweilige Dienstenthebung der Lehrerin und die Einbehaltung der Hälfte ihrer Bezüge rechtmäßig seien, da sie aller Voraussicht nach auch im parallel laufenden Disziplinarverfahren unterliegen und ihren Beamtenstatus verlieren werde.

          Grund für die drastische Maßnahme ist ein offenbar falsches Attest, mit dem sich die Lehrerin für drei Wochen krank gemeldet hatte, um mit ihrer Tochter nach Australien zu reisen, nachdem zuvor ein Antrag auf Sonderurlaub abgelehnt worden war. Der Schwindel flog auf, als eine Videobotschaft von Mutter und Tochter in der Sendung ausgestrahlt wurde. Seitdem laufen drei Verfahren: das strafrechtliche, in dem die Lehrerin wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses zu einer noch nicht rechtskräftigen Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt wurde; das disziplinarische, in dem ihr Maßnahmen von einer Absenkung der Besoldungsstufe bis zum Verlust des Beamtenstatus drohen; und das einstweilige Rechtsschutzverfahren, in dem nun das Oberverwaltungsgericht geurteilt hat.

          Anders als die Vorinstanz hält es die Lehrerin aufgrund der „planvollen und berechnenden Vorgehensweise“ bei der Erlangung des unrichtigen Gesundheitszeugnisses und der „fehlenden Einsicht in ihr Fehlverhalten“ für die mit Vorbildfunktion ausgestattete Lehrerrolle für „untragbar“. Das Vertrauensverhältnis zur Landesschulbehörde habe sie auch im Nachhinein noch geschädigt, indem sie entgegen deren Vorgaben einer deutschlandweit erscheinenden Zeitung ein Interview gegeben hatte.

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