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Gelsenkirchen : Mann attackiert Polizisten mit Messer und wird erschossen

  • -Aktualisiert am

Der Tatort vor der Polizeistation in Gelsenkirchen ist mit einem Absperrband begrenzt. Bild: dpa

Ein Polizist hat in Gelsenkirchen einen mit einem Messer bewaffneten Mann erschossen. Der Mann soll die Beamten zuvor attackiert haben. Die Ermittler gehen derzeit von einem psychisch auffälligem Einzeltäter aus.

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          Ein Polizist hat am Sonntagabend vor einer Wache in Gelsenkirchen einen Mann erschossen, der sich ihm und einem weiteren Beamten mit einem Messer in der Hand genähert und dabei die Worte „Allahu Akbar“ gerufen haben soll. Zuvor soll der Mann mit einem Knüppel auf einen geparkten Streifenwagen geschlagen haben. Aufgrund der Fallkonstellation, die an sogenannte Einzelfallhandlungen wie das Messerattentat einer jungen Dschihadistin auf Bundespolizisten im Hauptbahnhof Hannover Anfang 2016 erinnert, richtete das für solche Fälle regional zuständige Polizeipräsidium Münster umgehend eine große Ermittlungskommission namens „Anschlag“ ein. Noch in der Nacht wurde die Wohnung des Angreifers durchsucht. Nach bisherigem Stand der Auswertung fanden die Ermittler aber keine Hinweise, die auf ein terroristisches Motiv des erschossenen Angreifers hindeuten.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Bei dem Mann handelt es sich um einen 37 Jahre alten türkischen Staatsbürger, der bereits wegen mehrerer Gewalttaten polizeibekannt war. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt von der Tat eines psychisch auffälligen Einzeltäters aus“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). „Wir haben bisher keine Hinweise auf mögliche Mittäter und eine Einbindung in die islamistische Szene.“ Möglicherweise ergäben sich solche Hinweise aber noch im Laufe der Ermittlungen.

          Der 37 Jahre alte Mann, der seit 2002 in Deutschland lebte, war nicht als islamistischer Gefährder eingestuft gewesen. Mit diesem Begriff versehen die Sicherheitsbehörden Personen, denen sie jederzeit einen Anschlag zutrauen. Allerdings wurde der Mann in den vergangenen zwei Jahren nach zwei auffälligen Vorkommnissen als „Prüffall Islamismus“ geführt. Der Staatsschutz nahm ihn beide Male intensiv unter die Lupe, ohne aber Hinweise auf eine konkrete Gefahr zu finden, die von ihm ausgehen könnte. „Diese Prüffälle werden ganz bewusst sehr niedrigschwellig durchgeführt“, sagte der Innenminister. „Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es jedes Jahr um die 10.000 solcher Überprüfungen.“

          Nach Angaben der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster erschossen Polizisten in Deutschland 2018 elf Menschen. 2017 waren es 14, 2016 ebenfalls elf. Zahlen für 2019 wurden noch nicht veröffentlicht.

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