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Geldwäsche : Goldkarte bringt Königstochter in Bedrängnis

  • -Aktualisiert am

Schlechte Karte? Die Infantin besuchte im September den inzwischen genesenen König im Krankenhaus Bild: Getty Images

Die spanische Justiz beschäftigt sich abermals mit der Königstochter Cristina von Bourbon. Sie hat mit der Goldkarte einer Scheinfirma ihres Mannes eingekauft – und wird deshalb der Geldwäsche verdächtigt.

          Cristina von Bourbon droht auch nach ihrem Umzug in die Schweiz zu Hause neues Ungemach. Der spanische Ermittlungsrichter José Castro, der für die Aufklärung der dubiosen Geschäfte ihres Mannes Iñaki Urdangarin zuständig ist, beschäftigt sich nun abermals auch mit der Tochter von König Juan Carlos. Diesmal geht es um ihre Goldkarte, mit der sie allerlei Privates, wie Blumen, Kinderkleidung, Restaurantrechnungen und Musik aus dem Internet, bezahlt hat. Daran wäre nichts Ehrenrühriges, wenn es sich nicht um die Geschäftskarte einer Gesellschaft mit Namen Aizoon handelte, die von dem Gerichtshof in Palma de Mallorca schon als „Scheinfirma“ eingestuft wurde.

          Das Geld für Aizoon, wo die Infantin und ihr Mann gleichberechtigte Eigentümer sind, kam mit Beträgen von mehr als 100.000 Euro von jener angeblich gemeinnützigen Stiftung Noos, über die Urdangarin und sein ehemaliger Sozius Diego Torres von den Regierungen Valencias und der Balearen sechs Millionen Euro für die Ausrichtung von Sport- und Werbeveranstaltungen erhalten und zu einem großen Teil behalten haben sollen. Richter Castro, der gegenwärtig die Bankbelege prüft, muss danach entscheiden, ob Cristina eventuell der Geldwäsche oder anderer Steuerdelikte beschuldigt wird. Im April stand er schon vor dieser Frage, als es um ihre Rolle in der Stiftung Noos ging. Damals widersetzte sich die Staatsanwaltschaft, sie als Verdächtige einzustufen. Im Mai kam dann das Gericht in Palma zu dem Schluss, dass es keine konkreten Hinweise darauf gebe, dass sie über die mutmaßlich illegalen Geschäfte ihres Mannes informiert gewesen sei.

          Urdangarin ist das erste Mitglied der Königsfamilie, das unter Korruptionsverdacht steht und mit einer Anklage rechnen muss. Er ist nicht mit seiner Frau und den drei Kindern nach Genf gezogen, um sich in Spanien zur Verfügung der Justiz zu halten.

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