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Täter überwältigt : Geiselnahme im Lübecker Gefängnis ist beendet

  • Aktualisiert am

Polizeifahrzeuge stehen vor der Justizvollzugsanstalt Lübeck. Bild: dpa

In der Justizvollzugsanstalt Lübeck hatte ein Mann über mehrere Stunden eine Frau in seiner Gewalt – bis die Spezialeinheiten ihn überwältigten. Bei der Tat handelte es sich nicht um die erste Geiselnahme in dem Gefängnis.

          In der Justizvollzugsanstalt Lübeck hat es am Montagnachmittag eine Geiselnahme gegeben. Ein bewaffneter Mann hatte eine Frau in seiner Gewalt, sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Justizministeriums, wodurch ein größerer Polizeieinsatz ausgelöst wurde. Nach Angaben der Polizei handele es sich bei dem Geiselnehmer um einen Einzeltäter. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ auf ihrer Onlineseite darüber berichtet. Demnach handelte es sich bei der Geisel um eine Psychologin.

          Nach dpa-Informationen soll es sich bei dem Geiselnehmer um einen rumänischen Gefangenen handeln. Zu der Geiselnahme kam es demnach kurz nach 14.00 Uhr. Um 18.53 Uhr teilte die Polizei über Twitter mit, der Einsatz dauere an und sie stehe in Verbindung mit dem Täter. Rund um das Gefängnis haben sich daraufhin zahlreiche Streifenwagen postiert. „Die Lage ist ruhig, wir haben sie im Griff“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber den „Lübecker Nachrichten“.

          Um 20.20 Uhr teilte die Polizei mit, dass der Geiselnehmer in der JVA Lübeck durch die Spezialkräfte überwältigt werden konnte. Dabei wurde der Häftling, der zuvor eine Frau als Geisel hielt, leicht verletzt. Die befreite Frau blieb unverletzt. Polizeibeamte seien bei dem Einsatz nicht zu Schaden gekommen, hieß es weiter.

          Der Fall vom Montag war nicht die erste Geiselnahme in der JVA Lübeck. Am Heiligabend 2014 hatten vier Männer einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht, um ihre Flucht aus dem Gefängnis zu erzwingen. Der Versuch scheiterte; die Männer wurden vor gut zwei Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

          Die Justizvollzugsanstalt Lübeck (Archivbild)

          Im Juli 1997 hatte ein Mann in der JVA Lübeck einer Sozialpädagogin nach einem Gespräch in ihrem Büro plötzlich ein selbstgebasteltes Messer an den Hals gehalten und sie rund fünf Stunden in seiner Gewalt behalten. Das Ganze wurde unblutig beendet, als der Geiselnehmer mit der Frau das Gefängnis in einem präparierten Fluchtauto verlassen wollte.

          Bei der Geisel handelte es sich um die Frau des damaligen Leitenden Oberstaatsanwalts. Der Täter wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

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