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Geiseldrama in Moskau : Zehntklässler erschießt Lehrer und Polizisten

Nach der Geiselnahme vor der Schule am Rande Moskaus Bild: REUTERS

Vermutlich aus Rache für einen Streit hat ein Jugendlicher in einer Moskauer Schule zwei Menschen getötet. Bewaffnet mit zwei Gewehren nahm er zudem etwa 20 Schüler als Geiseln.

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          Ein Jugendlicher hat am Montagmorgen in einer Schule im Nordosten Moskaus zwei Personen erschossen und eine weitere schwer verletzt. Der Täter soll ein Schüler der zehnten Klasse der Schule „Nummer 263“ sein und Sergej G. heißen. Bewaffnet mit zwei Gewehren seines Vaters sei G., so die Ermittler, in die Schule eingedrungen, habe den Biologieraum angesteuert und dort, ohne ein Wort zu sagen, einen 37 Jahre alten Erdkundelehrer mit mehreren Schüssen getötet.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Nur vier Minuten nach dem Notruf, so hoben die Ermittler hervor, seien Polizisten am Tatort eingetroffen. Die Beamten hätten das Klassenzimmer betreten, woraufhin der Täter weitere Schüsse abgegeben und dabei einen 40 Jahre alten Polizisten getötet und einen weiteren schwer verletzt habe. Die etwa 20 Schüler im Raum habe G. als Geiseln genommen.

          Der Innenminister der Hauptstadt, Anatolij Jakunin, gab am Tatort bekannt, der Vater des G. habe mit diesem etwa 15 Minuten telefoniert und sei dann, ausgestattet mit einer kugelsicheren Weste, ins Klassenzimmer gegangen. Dort habe er weitere 30 Minuten mit seinem Sohn verhandelt, der alsdann die Geiseln habe gehen lassen. Anschließend stürmten Spezialkräfte den Raum und nahmen G. fest.

          Der Schüler soll hervorragende Noten vorzuweisen haben. Vermutet wurde am Montag, Ziel seines Angriffs sei der Erdkundelehrer gewesen, weil es Streit zwischen den beiden gegeben habe. Vermutet wurde aber auch, der Junge habe vor der Tat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Ihm droht nun eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren Erziehungslager. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte an, er werde das Sicherheitssystem für Schulen überprüfen lassen.

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