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Mainzer gegen Bremer : Busfahrer verhindert Prügelei

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Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen waren mehr als 30 gewaltbereite Mainzer „Fans“ auf dem Weg zu einer Schlägerei am Rande des Spiels FSV-Werder. Dass sie ihr Ziel nicht erreichten, liegt an einem aufmerksamen Busfahrer.

          Gewaltbereite Mainzer haben die Bremer Polizei am Samstag in Atem gehalten. Bei einer Schlägerei wurden sechs Menschen leicht verletzt. Bereits vor der Bundesligapartie zwischen Werder Bremen und Mainz 05 am Samstagnachmittag wollten sich zwei Gruppen am Bremer Stadtrand für eine Schlägerei treffen. 37 Mainzer waren dazu mit einem Reisebus auf dem Weg nach Bremen. Um keinen Verdacht zu erregen, meldeten sie beim Busunternehmer einen Junggesellenabschied an und sicherten schriftlich zu, mit Fußball nichts zu tun zu haben, wie die Polizei mitteilte. Als sie an einer Raststätte ihre zivile Kleidung in „sportlich robuste“ tauschten, kamen dem Busfahrer Bedenken und er alarmierte die Polizei. Diese leitete den Bus noch in Niedersachsen in ein Industriegebiet um.

          Zeitgleich wurden Bremer Polizisten im Industriegebiet Brinkum-Stuhr auf einen Auto-Corso mit bekannten Ultras aus der Bremer Szene aufmerksam. Beide Gruppen wurden überprüft, dabei habe sich der Verdacht auf eine vereinbarte Schlägerei bestätigt. Die Mainzer mussten nach der Überprüfung ihre Heimreise antreten. Die Gruppe aus Bremen blieb bis zum Spielende in Polizeigewahrsam.

          Randale nach Abpfiff

          Als Bremen nach langer Führung nur ein Unentschieden (2:2) herausholen konnte, randalierten etwa 80 Bremer Ultras nach Spielende in einer Kneipe am Steintor und griffen die Gäste an. „Die gewaltbereiten Fans schlugen Scheiben ein, es flogen Tische und Stühle“, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Schlägerei wurden sechs Menschen leicht verletzt. Ob es sich bei den Verletzten um Gäste oder um Ultras handelte, war zunächst unklar.

          Verschiedene Medien berichteten außerdem, dass es sich bei den Kneipengästen um Personen aus der Neonazi- und Hooligan-Szene gehandelt haben soll. Der polizeiliche Lagedienst bestätigte das zunächst nicht. „Man kann durchaus sagen, dass die Werder-Fans dachten, sie hätten Leute aus diesen Lagern erkannt“, sagte der Polizeisprecher. Ob es sich aber auch wirklich um Leute aus dieser Szene gehandelt habe, müssten die Ermittlungen erst ergeben. Sicher sagen konnte die Polizei nur, dass es sich bei den Gästen in der Kneipe nicht um Mainzer Fans handelte. Diese waren bereits unter Polizeibegleitung aus Bremen abgereist.

          Anmerkung der Redaktion

          In einer früheren Version des Artikels hieß es, eine Gruppe Mainzer Ultras sei nach Bremen unterwegs gewesen. Das ist nicht korrekt. In einer Mitteilung des 1. FSV Mainz 05 vom 19. Dezember hieß es: „Nach Erkenntnissen des Vereins handelte es sich bei den Insassen eines Busses, der von der Polizei bei der Anreise nach Bremen gestoppt und wieder nach Mainz zurück geschickt wurde, entgegen der Darstellung mancher Medien, nicht um Mitglieder der Mainzer Ultra-Szene.“

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