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Friedhelm Adolfs : Der Rauch lüftet sich

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Kämpft für sein Recht auf Rauch: Mieter Friedhelm Adolfs Bild: dpa

Im Prozess um den gekündigten Raucher Friedhelm Adolfs fehlt der Rentner aus gesundheitlichen Gründen. Trotzdem scheint sich das Blatt für ihn zum positiven zu wenden.

          Dem Raucher Friedhelm Adolfs geht es nicht gut. Nach einem Schlaganfall konnte der Rentner am Donnerstag dem Auftakt der vierten Runde seines mittlerweile in ganz Deutschland beachteten Rechtsstreits nicht selbst im Düsseldorfer Landgericht beiwohnen.

          Vor zwei Jahren hatte Adolfs’ Vermieterin dem passionierten Vielraucher nach 40 Jahren die Wohnung gekündigt. Sie argumentierte, Adolfs belästige die anderen Bewohner mit seinem Qualm im Treppenhaus. Das Amtsgericht gab der Frau recht. Und in zweiter Instanz wertete es dann auch das Landgericht Düsseldorf als „schwerwiegenden Pflichtverstoß“, dass Adolfs seinen Aschenbecher nicht geleert und seine Wohnung nicht über das Fenster, sondern über den Flur gelüftet habe.

          Im Februar hob der Bundesgerichtshof dieses Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht mit dem Auftrag zurück, Lücken in der Beweisaufnahme zu schließen. Am Donnerstag machte der nun mit dem Fall Adolfs befasste Düsseldorfer Richter den Streitparteien deutlich, dass sich ebendas zu einer langwierigen Geschichte entwickeln könnte. Einerseits sei es Sache der Vermieterin, die Wohnungstür abzudichten, falls diese tatsächlich undicht gewesen sei. Andererseits müsse die Vermieterin auch darlegen, dass von dem Zigarettenqualm, den Adolfs beim Lüften auf den Flur ziehen ließ, tatsächlich für die anderen Anwohner Gesundheitsgefahren ausgingen.

          Die Vermieterin äußerte sich am Donnerstag nicht. Auch sie blieb der Verhandlung aus gesundheitlichen Gründen fern. Ihre Anwältin will ihr nun die neueste Entwicklung im schier endlosen Fall Adolfs erläutern. „Vielleicht lenkt sie ja doch ein. Das ist erheblich, was da noch vorzutragen ist.“ Adolfs scheint gute Aussichten zu haben, seine Wohnung doch nicht zu verlieren.

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